Bruxismus bei Erwachsenen behandeln: Zähne schützen, Beschwerden lindern, Aktivität dämpfen
Schiene, Botulinumtoxin, Biofeedback, Verhaltenstherapie: Was schützt die Zähne, was lindert Beschwerden und was verändert die Aktivität? Ein Deep Dive mit 74 Quellen und zehn begründeten Praxisantworten.
Praxis-Kurzfassung
- Schützt eine okklusale Schiene Zähne und Versorgungen?
Wahrscheinlich teilweise, belegt ist es nicht: Der Zahnschutz ist das Hauptziel der Schiene, stützt sich aber auf Konsens, Laborbefunde und schwache Beobachtungen. [23] [2] [62]
- Lindert eine Schiene Kaumuskel- und Kiefergelenkbeschwerden, und welche Bauart ist sinnvoll?
Bei manchen Patienten ja, aber nicht verlässlich und nicht besser als andere aktive Verfahren; die wenigen Daten sprechen für harte Schienen. [1] [59] [49]
- Was leistet Botulinumtoxin, auch im Vergleich zur Schiene?
Botulinumtoxin schwächt die Kontraktionskraft und lindert Schmerz gegenüber Placebo wohl etwas, senkt aber die Episodenzahl nicht verlässlich und war der Schiene in direkten Vergleichen nicht überlegen. [10] [13] [28] [5]
- Helfen Biofeedback, elektrische Stimulation und Selbstbeobachtung per App?
Sie können die Aktivität kurzfristig senken oder das Bewusstsein für eigenes Pressen schärfen; ob das Beschwerden lindert oder Zähne schützt, ist offen. [17] [36] [16]
Wissenschaftliche Vertiefung
Einleitung
Wer Erwachsene mit Bruxismus behandelt, verfolgt meist drei verschiedene Ziele: Zähne und Versorgungen schützen, Schmerzen und Funktionsbeschwerden lindern und die Kaumuskelaktivität selbst verändern. [49] [23] [61] Diese Ziele hängen weniger eng zusammen, als man annehmen könnte, und die Studien messen sie mit ganz unterschiedlichen Endpunkten. [61] [31] [3] Bei ansonsten gesunden Menschen gilt Bruxismus heute nicht als Störung; Behandlungsbedarf entsteht aus seinen Folgen. [37] [18] Schlafbruxismus ohne klinische Folgen erfordert nach Einschätzung einer aktuellen Übersicht meist keine aktive Behandlung. [23]
Dieser Beitrag ordnet die gängigen Verfahren entlang dieser drei Achsen: Schiene, Botulinumtoxin, Biofeedback und Elektrostimulation, Selbstbeobachtung, psychologische und physiotherapeutische Ansätze, Medikamente und die Behandlung einer begleitenden Schlafapnoe. [18] [5] [52] Schlaf- und Wachbruxismus werden dabei getrennt betrachtet, weil sie unterschiedlich erfasst und teils mit anderen Mitteln behandelt werden. [37] [7] [17] Vorweg das Ergebnis: Keine Behandlung beseitigt Bruxismus vollständig, und keine ist allen anderen überlegen. [23] [5] Die Studienlage besteht überwiegend aus kleinen Untersuchungen mit kurzer Nachbeobachtung, sodass die meisten Antworten nur mit geringer Sicherheit gelten. [5] [14] [10]
Wie Therapieerfolg gemessen wird
Ob eine Behandlung wirkt, hängt davon ab, woran man sie misst: an der Selbstauskunft, an klinischen Befunden oder an instrumentell erfasster Muskelaktivität. [7] [37] Diese Ebenen sind nicht austauschbar. [7] In einem Schlafzentrum verneinten 10 von 22 Personen mit polysomnografisch gesichertem Schlafbruxismus jedes Knirschen, und die Autoren werten den Fragebogen deshalb als wenig zuverlässig. [68] Beim Wachbruxismus lag die gepoolte Häufigkeit mit Selbstbericht bei 25,9 %, mit klinisch gestützter Erfassung bei 16,0 %. [7]
Auch Geräte messen nicht einheitlich. [67] Gegenüber der Polysomnografie mit Ton- und Videoaufzeichnung erreichten reine EMG-Auswertungen Sensitivitäten von 75,2–93,9 %, aber positive Vorhersagewerte von lediglich 11,0–14,3 %. [67] Hinzu kommt die Schwankung von Nacht zu Nacht: In einer Mehrnachtmessung lag der mittlere Variationskoeffizient des Schlafbruxismus-Index bei 0,44. [64] Eine niedrigere Aktivität in einer einzelnen späteren Nacht reicht deshalb nicht aus, um einer Behandlung eine Wirkung zuzuschreiben. [64]
Beschwerden und Aktivität laufen zudem nicht parallel: Begleitbeschwerden können sich bessern, ohne dass die Zahl der Muskelaktivitäten sinkt, und umgekehrt. [31] Für den Wachbruxismus fragt die ökologische Momentanerfassung per Smartphone das Verhalten im Alltag ab; ob die Angaben der tatsächlichen Muskelaktivität entsprechen, ist ungeklärt. [7] [37] Ein Expertenkonsens empfiehlt für die Verlaufskontrolle, Schmerz und Funktion getrennt von dentalen und restaurativen Befunden zu dokumentieren. [37] Für die Praxis folgt daraus, vor Beginn festzulegen, welches der drei Ziele eine Behandlung erreichen soll, und den Verlauf an genau diesem Maß zu prüfen. [61] [49] [37]
Okklusale Schienen: Zahnschutz und Aktivität
Die Schiene ist das Standardmittel, um Zähne und Versorgungen vor Bruxismus zu schützen; ihre Schutzwirkung beruht bislang vor allem auf Konsens und biomechanischer Plausibilität. [23] [52] [2] Die vergleichenden Schienenstudien untersuchten Muskelaktivität, Schmerz und Komfort, nicht aber, ob Zahnverschleiß, Frakturen oder Restaurationsschäden seltener werden. [14] [49] Auch eine Metaanalyse zu Bruxismus und Implantaten fand keine Belege dafür, dass Schienen das Implantatüberleben beeinflussen, und erwägt sie dennoch als vorsorgliche Maßnahme. [15] Laborbefunde stützen das Prinzip: Gegen Dentin verschliss heißpolymerisiertes PMMA bei 60.000 Zyklen elfmal so stark wie das Dentin selbst. [62]
Klinische Hinweise auf einen Schutz sind indirekt und schwach. [4] [51] Eine Übersicht zu implantatgetragenem Zahnersatz nennt ohne regelmäßig getragene Schutzschiene ein 1,8-fach höheres Verschleißrisiko prothetischer Materialien, gestützt auf eine methodisch schwache retrospektive Kohorte. [4] In einer Kohorte mit monolithischem Zirkonoxid traten drei Zahnfrakturen nur bei zwei Bruxern auf, die beide keine Schiene trugen; der Gruppenunterschied war nicht signifikant. [51] Zugleich werden vorhandene Schienen oft nur gelegentlich oder gar nicht getragen, und ein Fallbericht schildert Implantatfrakturen bei einem Patienten, der seine Schiene als unangenehm empfand. [69] [57] Die Autoren einer Malmöer Frakturstudie vermuten zudem, dass Schienen nur begrenzt schützen, weil Wachbruxismus mitwirken kann und Schienen tagsüber selten getragen werden. [42]
Auf die Muskelaktivität im Schlaf wirkt die Schiene allenfalls vorübergehend. [23] [3] In kleinen Vergleichen senkten harte Schienen und palatinale Kontrollapparaturen die Episoden kurz nach dem Einsetzen, doch der Effekt hielt über zwei bis sechs Wochen nicht an. [14] Bei zehn Personen reduzierte eine harte Schiene die nächtliche Muskelaktivität bei acht, während sie unter einer weichen Schiene bei fünf signifikant zunahm. [14] Ein randomisierter Crossover-Vergleich an 23 Erwachsenen fand zwischen bilateral balancierter Okklusion und Eckzahnführung auf der Schiene keinen signifikanten Unterschied der Masseteraktivität. [24] Die Schiene ist damit ein Schutz- und Symptommittel, keine Behandlung der Aktivität. [3] [23]
Schienen bei Beschwerden: Wirkung, Bauart, Alltag
Gegen Kaumuskel- und Kiefergelenkbeschwerden hilft die Schiene manchen Patienten, aber nicht verlässlich und nicht besser als andere aktive Verfahren. [1] [59] [9] Ein referierter Umbrella-Review über 21 systematische Reviews beschreibt überwiegend geringe günstige oder neutrale Effekte okklusaler Schienen auf TMD-Endpunkte. [1] Gegenüber Akupunktur, Biofeedback, Entspannung und Kieferübungen zeigte die Stabilisierungsschiene keinen signifikanten Unterschied, gegenüber Nichtbehandlung nur schwache Evidenz für geringere Schmerzen. [59] Gegenüber Kontrollschienen gilt die Evidenz für eine Schmerzreduktion über null bis drei Monate als sehr niedrig, und bei Bruxern mit TMD verbesserten in einem Crossover weder Schiene noch TENS die Beschwerden. [29] [53]
Deutliche Besserungen unter der Schiene sind deshalb vorsichtig zu lesen. [29] Bei Soldaten mit kampfassoziierter PTBS, Bruxismus und schmerzhafter TMD sank die Schmerz-VAS nach sechs Wochen unter Schiene von 7,8 auf 2,6, ohne Schiene unter Übungen und Selbstmassage von 7,8 auf 4,5. [29] Bei 22 Patienten, also 14,4 %, verschlechterten sich die Schmerzen unter der Schiene jedoch, sodass sie entfernt wurde. [29] Weiche Schienen führten in einer älteren Übersicht bei bis zu 26 % der Patienten zu Symptomverschlechterungen. [59]
Zur Bauart sprechen die wenigen Daten für harte Stabilisierungsschienen. [49] [4] [14] Weiche Silikonschienen erhöhten bei gesunden Frauen unmittelbar die Masseteraktivität in Ruhe und beim Pressen, wobei die Autoren daraus ausdrücklich keine Unwirksamkeit ableiten. [63] Eine Übersicht nennt günstigere TMD-Ergebnisse für dickere harte Schienen, etwa 3 mm, ohne dass sich daraus eine Dickenempfehlung für Bruxismus ergibt. [9] Die Frontzahnschiene NTI-tss senkte in einem Crossover die EMG-Aktivität, klinisch unterschied sie sich aber nicht von der Stabilisierungsschiene. [21] Unter ihr sind ein anterior offener Biss, Knochenresorption an einem Zahn und Zahnbeweglichkeit beschrieben, weshalb sie regelmäßige Kontrollen voraussetzt. [21]
Die praktische Hürde ist das Tragen. [25] [69] In einer multizentrischen Befragung trugen 134 von 200 Patienten, also 67 %, ihre harte Schiene hoch adhärent. [25] Wahrgenommener Nutzen und regelmäßige Schlafzeiten gingen mit besserer Adhärenz einher, vermehrter Speichelfluss und eine der Schiene zugeschriebene Atembeeinträchtigung mit schlechterer. [25] Die Autoren raten, Nebenwirkungen und Barrieren früh zu erfragen; andere empfehlen eine erste Kontrolle nach sechs Wochen und eine weitere nach drei Monaten. [25] [49] Im Labor verformten sich PMMA-Schienen bei Trockenlagerung stärker als in Wasser, woraus die Autoren eine Lagerungsberatung und engere Kontrollen in der ersten Nutzungsphase ableiten. [27]
Botulinumtoxin: Wirkung und Vergleich mit der Schiene
Botulinumtoxin A schwächt die Kontraktion der Kaumuskeln, senkt aber die Zahl der Bruxismusepisoden nicht verlässlich. [10] [5] Am klarsten zeigt das eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit Polysomnografie: Nach 25 Einheiten je Masseter sank die EMG-Spitzenamplitude während der Episoden von 88,05 auf 29,80 μV nach vier Wochen, die Episoden pro Stunde änderten sich mit 5,08, 4,81 und 5,15 nicht signifikant. [58] Übersichten beschreiben dasselbe Muster: geringere Kontraktionsintensität bei uneinheitlicher Wirkung auf die Episodenzahl. [10] [12] [5] Einzelne kleine Studien fanden auch weniger Ereignisse, etwa von 4,97 auf 1,70 pro Stunde bei sechs Behandelten. [12] Die Wirkung lässt typischerweise nach drei bis vier Monaten nach; in einer Studie begann der Wirkungsverlust nach durchschnittlich 3,5 Monaten. [23] [12]
Beim Schmerz sprechen Metaanalysen für einen Vorteil gegenüber Placebo, allerdings mit geringer Belastbarkeit. [13] [5] [10] Eine Metaanalyse von vier Studien fand nach einem und drei Monaten Mittelwertdifferenzen von −1,71 und −1,53 Punkten auf der Schmerzskala zugunsten von Botulinumtoxin; nach sechs Monaten war der Unterschied nicht mehr sicher. [13] Ihre Autoren bewerten die Evidenz als niedrig bis moderat und die Schlussfolgerungen als nicht robust, und eine Übersicht über systematische Reviews stufte das Vertrauen in alle bis auf einen als kritisch niedrig ein. [13] [10] In einer placebokontrollierten Studie lag der Schmerzwert nach vier Wochen unter Botulinumtoxin sogar numerisch höher. [12]
Direkte Vergleiche mit der Schiene zeigen keinen klaren Vorteil der Injektion. [28] [5] [12] Im größten randomisierten Vergleich erhielten 59 Erwachsene mit wahrscheinlichem Schlafbruxismus und Kaumuskelschmerz entweder eine harte Oberkieferschiene oder einmalig 60 Einheiten in die Masseter. [28] Beim Schmerz unterschieden sich die Gruppen nicht signifikant, bei der Kieferfunktion schnitt Botulinumtoxin ungünstiger ab, und beide Gruppen besserten sich über die Zeit deutlich. [28] Ohne Placebogruppe halten die Autoren einen teilweise placebovermittelten Anteil dieser Besserung für möglich. [28] Ein randomisierter Vergleich mit 40 Erwachsenen fand Schiene und Botulinumtoxin beim Schmerz ohne Überlegenheit einer Methode. [5] [12] Eine Metaanalyse errechnete zwar einen statistischen Vorteil der Injektion gegenüber der Schiene, bei einer Heterogenität von 94 % folgt daraus aber keine verlässliche klinische Überlegenheit. [5]
Auch gegen andere Verfahren setzt sich die Injektion nicht ab. [43] In einer vierarmigen randomisierten Studie mit 80 Erwachsenen sank der Schmerz nach Botulinumtoxin, Dry Needling, Methocarbamol mit Paracetamol und manueller Therapie in allen Armen, ohne signifikante Überlegenheit eines Verfahrens. [43] Dass sich kein signifikanter Unterschied zeigt, belegt dabei keine Gleichwertigkeit. [43] [28] Übersichtsautoren ordnen Botulinumtoxin deshalb als Reserve ein, für schwere oder auf konservative Maßnahmen nicht ansprechende Fälle. [10] [50] [74] [49] Vorher lohnt es, eine Kieferschließerdystonie abzugrenzen, bei der eine Bruxismustherapie nur begrenzt wirkt. [50] Die Injektionsstudien messen Schmerz, Muskelaktivität und Funktion; Zahnverschleiß oder Frakturen waren in ihnen kein Endpunkt. [28]
Botulinumtoxin: Nebenwirkungen, Muskel und Knochen
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen das Kauen. [28] [12] Im randomisierten Vergleich mit der Schiene berichteten 79,3 % der Injizierten in der ersten Woche leichtes Kauunbehagen, das danach verschwand. [28] In einer placebokontrollierten Studie klagten 70,0 % über Unbehagen wegen verminderter Kaukraft und 15,0 % über Kauschwierigkeiten. [12] In einer randomisierten Phase-2b-Studie an 150 Erwachsenen mit Masseterprominenz traten behandlungsbezogene Ereignisse bei 10,8 % auf, darunter Kaustörung, lokale Muskelschwäche und verändertes Lächeln bei je 2,9 %. [72] Veränderungen des Lächelns sind auch aus Studien zum nächtlichen Bruxismus beschrieben. [20] [55]
Die größte Sorge gilt dem Unterkieferknochen. [10] In einer retrospektiven Kohorte von Frauen mit myofaszialem Schmerz nahmen nach zwölf Monaten kortikale Dichte und Dicke des Kondylus bei jungen Frauen unter Botulinumtoxin allein und in Kombination mit der Schiene ab. [60] Bei postmenopausalen Frauen sanken die Werte allerdings auch in der reinen Schienengruppe, und die Behandlung war selbst gewählt. [60] Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie bei Masseterprominenz fand nach zweimal 72 Einheiten am linken Kondylus eine Dichteänderung von −2,15 % gegenüber −0,17 % unter Placebo; die übrigen Kondylusmessungen unterschieden sich nicht sicher von Placebo. [71] Diese Studie war herstellerfinanziert und erfasste ein bis zwei Behandlungen innerhalb eines Jahres. [71]
Die Kaumuskulatur wird unter der Behandlung dünner. [60] [40] CT-Messungen zeigten nach zwölf Monaten dünnere Temporalis- und Massetermuskeln, und in einer Pilotstudie war die Masseterkontur nach drei Monaten um −0,847 mm nach innen verschoben. [60] [40] Nach wiederholter Behandlung im unteren Masseter beschreibt ein Fallbericht eine kompensatorische Vorwölbung des oberen Anteils; die Autoren schlagen vor, Injektionen auf alle Masseterabschnitte zu verteilen. [73] Häufige Injektionen und hohe Dosen können neutralisierende Antikörper begünstigen und die Wirkung vermindern. [20] [55] In einer Metaanalyse war das Risiko unerwünschter Ereignisse gegenüber Placebo bei weiten Intervallen nicht sicher erhöht, was keine gleiche Sicherheit belegt. [13] Folgen wiederholter Behandlung über mehrere Jahre liegen außerhalb der bisherigen Beobachtungszeit. [71]
Biofeedback, Elektrostimulation und Selbstbeobachtung
Biofeedback senkt die gemessene Kaumuskelaktivität kurzfristig; ob das Beschwerden lindert, ist offen. [17] Eine Metaanalyse von vier kontrollierten Studien mit 69 Erwachsenen mit Wachbruxismus fand unter akustischem EMG-Biofeedback deutlich weniger phasische und tonische Tagesereignisse als ohne Intervention. [17] Die Schätzungen beruhen jedoch auf je zwei Studien mit 32 Personen, einer Nachbeobachtung von ein bis zwei Wochen und Evidenz sehr niedriger Sicherheit. [17] Schmerz nach der Behandlung werteten diese Studien nicht aus. [17] Im randomisierten Vergleich mit Botulinumtoxin bei Wachbruxismus und TMD sank die per App erfasste Häufigkeit nur unter Biofeedback signifikant, ein Gruppenunterschied und eine Schmerzbesserung zeigten sich aber nicht. [33]
Für den Schlafbruxismus gibt es Schienen, die bei Muskelaktivität ein Vibrations- oder Tonsignal geben. [30] [3] In einem randomisierten Vergleich mit einer konventionellen Acrylatschiene sank in der Biofeedbackgruppe die Gesamtdauer der Aktivität von 19,1 auf 5,2 Sekunden pro Stunde, und die allgemeine Schmerzempfindung besserte sich stärker. [30] Bei der Häufigkeit unterschieden sich die Gruppen in den Nachmessungen nicht signifikant, die Studie war unverblindet, und der Hersteller unterstützte sie. [30] Ein Teilnehmer brach wegen neuralgischer Schmerzen ab, und akustische Signale können den Nachtschlaf stören. [30] [52]
Die kontingente elektrische Stimulation soll die Kieferschließer über trigeminale Reflexe hemmen. [31] Ein kleiner Konsens beschreibt dafür ein Schema aus zwei Wochen Ausgangsmessung, vier Wochen Stimulation und zwei Wochen Pause, das bis zu einer anhaltenden Reduktion wiederholt wird. [31] Kiefermuskelschmerz blieb in einer referierten Studie unbeeinflusst, und die Hälfte der Befragten nannte sich lösende Gelpads als Problem. [31] In spezialisierten Zentren ist das Verfahren ein Ergänzungsschritt nach Beratung und Schiene. [31]
Beim Wachbruxismus setzt die Behandlung beim Bewusstmachen an. [52] Apps fordern per Push-Nachricht mehrmals täglich dazu auf, den momentanen Zustand der Kiefermuskulatur zu erfassen, und Nutzer bewerten die Bewusstwerdung zuvor unbemerkter Verhaltensweisen damit höher als mit einem Fragebogen. [16] [36] In Beobachtungsstudien stieg der Anteil entspannter Kiefermuskulatur während der Nutzung leicht, etwa von 72,9 % auf 80,8 % über sechs Monate, ohne signifikanten Unterschied. [34] Die Autoren, teils an der App-Entwicklung beteiligt, deuten das als möglichen Biofeedbackeffekt, der erst noch zu prüfen ist. [34] Vor dem Einsatz lohnt eine kurze Einweisung in die Kategorien: Danach beantworteten 62,9 % statt 23,8 % alle fünf Begriffe richtig. [38]
Psychologische Verfahren, Entspannung und Physiotherapie
Psychologische Verfahren, Entspannung und Physiotherapie werden vor allem gegen Beschwerden und Stress empfohlen; ihre Wirkung auf die Bruxismusaktivität ist kaum geprüft. [7] [44] [6] Übersichts- und Studienautoren empfehlen bei Wachbruxismus mit TMD Selbstmanagement, Kieferentspannung und Stressmanagement sowie kognitive Verhaltenstherapie und Physiotherapie in einem multidisziplinären Ansatz. [7] [32] Eine genetische Analyse verknüpft Neurotizismus mit wahrscheinlichem Schlafbruxismus, woraus die Autoren den Bedarf an randomisierten Studien etwa zur kognitiven Verhaltenstherapie ableiten. [44] In einer Polysomnografiestudie hing die Schlafbruxismusaktivität dagegen nicht mit wahrgenommenem Stress zusammen, was nach Ansicht der Autoren psychologische Maßnahmen aber nicht als unwirksam ausweist. [70]
Die wenigen Interventionsstudien sind klein. [35] [41] In einer Pilotstudie bei primären Kopfschmerzen lag der Wachbruxismus-Score nach drei Monaten unter manueller Therapie plus psychologischer Beratung und Entspannung bei 74,53, unter manueller Therapie allein bei 85,67 Punkten. [35] Beim Kopfschmerz zeigte sich kein Unterschied, und Diskussion und Schlussfolgerung der Studie sprechen selbst von nicht signifikanten Gruppenunterschieden. [35] Unter traumafokussierter Therapie bei PTBS und TMD sank der Anteil berichteten Wachbruxismus in einer Kohorte von 49,1 % auf 34,7 %. [7] Ein Programm aus Selbstbeobachtung, progressiver Muskelrelaxation und angeleitetem Reiten verbesserte das klinische Bruxismusbild in sechs Monaten dagegen nicht. [41]
Physiotherapie wird für körperliche Beschwerden und die Anleitung zur Selbsthilfe empfohlen. [52] Bei Frauen mit myogener TMD nahmen die Schmerzen unter Widerstandstraining der Kaumuskulatur ebenso ab wie in den Vergleichsgruppen, darunter eine Schiene; die Evidenz dafür ist sehr unsicher. [8] Manuelle Therapie über acht Wochen verbesserte in zwei kleinen Studien bei Schlafbruxismus die Schlafqualität, auch gegenüber einer Aufbissschiene, nicht aber die Bruxismussymptome. [6] Bessere Schlafqualität ist deshalb nicht mit weniger Bruxismusaktivität gleichzusetzen. [6] Im Alltag kommen psychologische Angebote zudem oft nicht an: In einer TMD-Ambulanz erhielten 35 von 82 dafür vorgesehenen Patienten die Behandlung im Beobachtungszeitraum. [26]
Medikamente und Schlafapnoe
Für eine medikamentöse Bruxismustherapie gibt es einzelne positive Signale, aber keine Grundlage für den Routineeinsatz. [23] [49] Clonazepam 1 mg senkte bei 21 Personen den polysomnografisch erfassten Schlafbruxismus gegenüber Placebo, gilt aber nur zwei bis vier Wochen als relativ sicher; nach mehr als einem Monat wird bei ungefähr 50 % Abhängigkeit genannt. [39] Clonidin verminderte die Häufigkeit in einem kleinen Vergleich, Propranolol nicht, und morgendliche symptomatische Hypotonie begrenzt den Einsatz. [19] [39] Opipramol senkte in einer unkontrollierten Fallserie den Episodenindex von 6,64 auf 4,32 pro Schlafstunde, bei Männern stiegen jedoch Apnoe-Hypopnoe- und Entsättigungsindex. [54] Amitriptylin beeinflusste die nächtliche Masseteraktivität in kontrollierten Untersuchungen nicht. [39] Ein intraorales Cannabidiol-Gel linderte in einem placebokontrollierten Vergleich den Schmerz, veränderte den Bruxismus-Episodenindex aber nicht signifikant, und ein Geschmacksunterschied gefährdete die Verblindung. [46]
Oft lohnt eher der Blick auf die bestehende Medikation. [39] [65] Paroxetin, Duloxetin und Venlafaxin sind mit Schlafbruxismus assoziiert, und in einer Querschnittsstudie hatten Patienten unter Antidepressiva deutlich häufiger Bruxismus als Kontrollen. [39] [65] Die Odds Ratio trennt dort allerdings Erkrankung und Medikament nicht, und ob Absetzen oder Wechsel hilft, blieb offen. [65]
Schlafbruxismus tritt bei obstruktiver Schlafapnoe häufig auf: Übersichten nennen 26 % nach Selbstbericht und 34–65 % bei polysomnografischer Erfassung. [56] Die zeitliche Kopplung ist allerdings lose: Eine Untersuchung ordnete nur 3,5 % der Bruxismusereignisse bei mittelgradiger und 14,4 % bei leichter Apnoe direkt Atemereignissen zu. [66] In einer nicht randomisierten Pilotkohorte sank der RMMA-Index unter CPAP von 2,9 auf 2,1 und unter Unterkieferprotrusionsapparatur von 3,7 auf 2,1 Episoden pro Stunde. [47] Individuell nahm der Index unter CPAP aber bei sieben von 13 Personen zu, und Zeichen und Symptome des Bruxismus wurden nicht erhoben. [47] Bei acht Männern sank unter einer Protrusionsschiene nur die Zahl phasischer Episoden signifikant, nicht der Gesamtindex. [48]
Mehrere Autoren empfehlen, bei gleichzeitiger Apnoe zuerst diese zu behandeln und die verbleibenden Bruxismusfolgen danach neu zu beurteilen. [18] [47] [56] Protrusionsschienen sehen sie bei Schnarchen oder Apnoe vor, nicht allein gegen Bruxismus. [23] [56] Als Hinweise auf eine Apnoe nennen Übersichtsautoren lautes Schnarchen, Tagesschläfrigkeit, morgendliche Kopfschmerzen und Mundtrockenheit, als Screening die Epworth-Skala und STOP-Bang. [11] [45] Bei Apnoeverdacht raten Autoren, Benzodiazepine und Opioide zu meiden. [56] Intermaxilläre Schienen könnten bei unerkannter Apnoe Symptome verschlechtern, und Protrusionsschienen verringern langfristig Overjet und Overbite, was Kontrollen von Biss und Zahnstellung nahelegt. [45] [22] [11]
Fazit für die Praxis
Die Behandlung von Bruxismus bei Erwachsenen richtet sich nach seinen Folgen, nicht nach der Diagnose allein. [18] [23] Zum Schutz von Zähnen und Versorgungen ist die harte Schiene das naheliegende, reversible Mittel, auch wenn ihr Schutz klinisch nicht vergleichend geprüft ist. [2] [14] [49] Gegen Beschwerden kommen Schiene, Übungen, Physiotherapie und Selbstmanagement infrage, ohne dass eines klar überlegen wäre; Botulinumtoxin bleibt eine Reserve mit eigenen Nebenwirkungen. [59] [8] [43] [10] Die Aktivität selbst lässt sich mit Biofeedback kurzfristig und bei Schlafapnoe über deren Behandlung beeinflussen, dauerhaft beseitigt sie keine Therapie. [17] [47] [23] Wer den Verlauf an demselben Maß kontrolliert, an dem er das Ziel festgelegt hat, erkennt am ehesten, ob eine Behandlung wirkt. [37] [64] [61]
Was bedeutet das für die Praxis?
Die Antworten erklären die entscheidenden Studienbefunde und welche Konsequenzen sich daraus begründen lassen.
Woran lässt sich der Erfolg einer Bruxismustherapie ablesen?
- Antwort
- Nur an dem Ziel, das vorher festgelegt wurde: Zahnbefunde, Beschwerden und Muskelaktivität sind getrennte Erfolgsmaße und bewegen sich nicht unbedingt gemeinsam. [61] [31]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Selbstbericht und Messung stimmen schlecht überein, reine EMG-Auswertungen erzeugen viele falsch positive Ereignisse, und die Aktivität schwankt von Nacht zu Nacht erheblich. [68] [67] [64]
- Wie belastbar ist die Antwort? Gering
- Studienlage: Gestützt. Die Aussage stützt sich auf Methodenstudien und einen Expertenkonsens, nicht auf Therapievergleiche. [37] [64] [67]
- Welche Frage bleibt offen?
- Wie viele Messnächte eine Veränderung sicher belegen, ist ungeklärt. [64]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Ein Expertenkonsens empfiehlt, Schmerz und Funktion getrennt von dentalen und restaurativen Befunden zu dokumentieren und den Verlauf an denselben Maßen zu prüfen. [37]
Einordnung der Konsequenz: Auf Grundlage eines Expertenkonsensus.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Erwachsene mit Wach- oder Schlafbruxismus, bei denen eine Behandlung beginnt oder überprüft wird. [37] [23]
Schützt eine okklusale Schiene Zähne und Versorgungen?
- Antwort
- Wahrscheinlich teilweise, belegt ist es nicht: Der Zahnschutz ist das Hauptziel der Schiene, stützt sich aber auf Konsens, Laborbefunde und schwache Beobachtungen. [23] [2] [62]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Im Labor verschleißt PMMA statt Dentin, und eine Übersicht zu Implantatprothetik nennt ohne Schutzschiene ein 1,8-fach höheres Verschleißrisiko prothetischer Materialien. [62] [4]
- Wie belastbar ist die Antwort? Sehr gering
- Studienlage: Ausgewertet, für diese Frage nicht ausreichend. Die vergleichenden Schienenstudien untersuchten Zahnverschleiß, Frakturen und Restaurationsschäden nicht als Endpunkt. [14] [49]
- Welche Befunde stehen der Antwort entgegen?
- Eine Metaanalyse zu Implantaten fand keine Belege, dass Schienen das Implantatüberleben beeinflussen. [15]
- Welche Frage bleibt offen?
- Ob regelmäßig getragene Schienen Frakturen und Restaurationsversagen tatsächlich seltener machen, müsste ein direkter Vergleich klären. [42] [51]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Bei destruktivem Bruxismus, nach umfangreichen Rekonstruktionen oder bei Implantatversorgungen liegt eine harte Schiene zum Schutz nahe; Autoren raten, früh einfach zu schützen statt bis zur schweren Zerstörung zu warten. [49] [2] [4]
Einordnung der Konsequenz: Aus den Befunden fachlich abgeleitet.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Erwachsene mit Schlafbruxismus und klinischen Folgen; bei Wachbruxismus schützt eine nur nachts getragene Schiene nach Einschätzung von Autoren begrenzt. [42]
Zur Vertiefung: Okklusale Schienen: Zahnschutz und Aktivität
Senkt eine Schiene die Bruxismusaktivität im Schlaf?
- Antwort
- Nur vorübergehend: Harte Schienen senken die Episoden kurz nach dem Einsetzen, der Effekt hält über Wochen nicht an. [14] [23]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Kleine Vergleiche fanden anfangs weniger Episoden unter harter und palatinaler Schiene, unter weichen Schienen nahm die Aktivität teils zu. [14]
- Wie belastbar ist die Antwort? Gering
- Studienlage: Gestützt. Die Aussage beruht auf wenigen kleinen Vergleichen mit heterogenen Schienen und kurzer Nachbeobachtung. [14]
- Welche Frage bleibt offen?
- Ob bestimmte Schienenformen die Aktivität länger dämpfen, ist offen. [14] [24]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Bei der Aufklärung liegt es nahe, die Schiene als Schutz- und Symptommittel zu beschreiben, nicht als Mittel gegen das Knirschen. [3] [23]
Einordnung der Konsequenz: Aus den Befunden fachlich abgeleitet.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Schlafbruxismus bei Erwachsenen; weiche Schienen sind gesondert zu bewerten. [14] [63]
Zur Vertiefung: Okklusale Schienen: Zahnschutz und Aktivität
Lindert eine Schiene Kaumuskel- und Kiefergelenkbeschwerden, und welche Bauart ist sinnvoll?
- Antwort
- Bei manchen Patienten ja, aber nicht verlässlich und nicht besser als andere aktive Verfahren; die wenigen Daten sprechen für harte Schienen. [1] [59] [49]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Ein Umbrella-Review beschreibt geringe günstige oder neutrale Effekte, und gegenüber Übungen, Biofeedback oder Entspannung zeigte sich kein signifikanter Unterschied. [1] [59]
- Wie belastbar ist die Antwort? Gering
- Studienlage: Widersprüchliche Befunde. Die Studien betreffen überwiegend TMD-Kollektive mit uneinheitlichen Diagnosekriterien und kurzer Nachbeobachtung. [1] [9] [29]
- Welche Befunde stehen der Antwort entgegen?
- Weiche Schienen führten bei bis zu 26 % zu Symptomverschlechterungen, und in einer Kohorte wurde die Schiene bei 14,4 % wegen zunehmender Schmerzen entfernt. [59] [29]
- Welche Frage bleibt offen?
- Welche Patienten von einer Schiene mehr profitieren als von Übungen oder Selbstmanagement, ist ungeklärt. [8] [56]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Eine harte Stabilisierungsschiene kann bei Kaumuskelschmerz sinnvoll sein, zusammen mit Übungen und Selbstmanagement und mit einer ersten Kontrolle nach sechs Wochen. [49] [29]
Einordnung der Konsequenz: Durch klinische Daten begründet.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Erwachsene mit Bruxismus und myogener TMD; für die NTI-Frontzahnschiene gelten eigene Sicherheitsbedenken. [21]
Zur Vertiefung: Schienen bei Beschwerden: Wirkung, Bauart, Alltag
Was leistet Botulinumtoxin, auch im Vergleich zur Schiene?
- Antwort
- Botulinumtoxin schwächt die Kontraktionskraft und lindert Schmerz gegenüber Placebo wohl etwas, senkt aber die Episodenzahl nicht verlässlich und war der Schiene in direkten Vergleichen nicht überlegen. [10] [13] [28] [5]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Im Schlaflabor sank unter Botulinumtoxin die EMG-Amplitude, nicht aber die Episodenzahl; im größten randomisierten Vergleich mit der Schiene unterschieden sich die Schmerzverläufe nicht signifikant. [58] [28]
- Wie belastbar ist die Antwort? Gering
- Studienlage: Widersprüchliche Befunde. Die Studien sind klein, heterogen dosiert und kurz nachbeobachtet, und das Vertrauen in die Übersichtsarbeiten ist überwiegend kritisch niedrig. [12] [10]
- Welche Befunde stehen der Antwort entgegen?
- Eine Metaanalyse errechnete einen statistischen Vorteil gegenüber der Schiene, allerdings bei einer Heterogenität von 94 %. [5]
- Welche Frage bleibt offen?
- Ob Botulinumtoxin Zähne und Versorgungen schützt, bleibt offen, weil die Studien Schmerz und Muskelaktivität gemessen haben. [28]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Botulinumtoxin bleibt eine Einzelfallentscheidung bei schweren Beschwerden, die auf Schiene, Selbstmanagement und Physiotherapie nicht ansprechen; Übersichtsautoren ordnen es als letzte Option ein. [10] [50] [74]
Einordnung der Konsequenz: Entscheidung bleibt offen.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Erwachsene mit bruxismusbezogenem Kaumuskelschmerz, bei denen eine Kieferschließerdystonie abgegrenzt ist. [50]
Zur Vertiefung: Botulinumtoxin: Wirkung und Vergleich mit der Schiene
Welche Risiken hat Botulinumtoxin für Kaufunktion, Muskel und Knochen?
- Antwort
- Häufig sind vorübergehende Kaubeschwerden; hinzu kommen dünnere Kaumuskeln und Hinweise auf eine geringe Abnahme der Knochendichte am Kondylus. [28] [60] [71]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Im Vergleich mit der Schiene berichteten 79,3 % in der ersten Woche Kauunbehagen, und eine placebokontrollierte Studie fand nach zweimal 72 Einheiten am linken Kondylus eine Dichteänderung von −2,15 % gegenüber −0,17 %. [28] [71]
- Wie belastbar ist die Antwort? Gering
- Studienlage: Gestützt. Die Knochendaten stammen aus einer retrospektiven Kohorte und einer herstellerfinanzierten Einjahresstudie bei Masseterprominenz. [60] [71]
- Welche Befunde stehen der Antwort entgegen?
- Bei postmenopausalen Frauen nahm die Kondylusdichte auch in der reinen Schienengruppe ab. [60]
- Welche Frage bleibt offen?
- Wie sich wiederholte Injektionen über viele Jahre auf Knochen und Muskel auswirken, ist offen. [71]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Vor einer Injektion liegt eine Aufklärung über Kauunbehagen, Muskelschwäche, verändertes Lächeln und mögliche Knochenveränderungen nahe; Autoren raten, Injektionen auf alle Masseterabschnitte zu verteilen und Intervalle nicht zu verkürzen. [12] [72] [10] [73] [55]
Einordnung der Konsequenz: Aus den Befunden fachlich abgeleitet.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Erwachsene, die eine Injektion in Masseter oder Temporalis erwägen, besonders bei wiederholter Behandlung. [55] [10]
Zur Vertiefung: Botulinumtoxin: Nebenwirkungen, Muskel und Knochen
Helfen Biofeedback, elektrische Stimulation und Selbstbeobachtung per App?
- Antwort
- Sie können die Aktivität kurzfristig senken oder das Bewusstsein für eigenes Pressen schärfen; ob das Beschwerden lindert oder Zähne schützt, ist offen. [17] [36] [16]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Akustisches EMG-Biofeedback senkte bei Wachbruxismus die Tagesereignisse deutlich, eine Biofeedbackschiene die Aktivitätsdauer im Schlaf, und Apps steigern die Wahrnehmung unbemerkter Verhaltensweisen. [17] [30] [36]
- Wie belastbar ist die Antwort? Sehr gering
- Studienlage: Widersprüchliche Befunde. Die Metaanalyse beruht auf je zwei Studien mit 32 Personen und ein bis zwei Wochen Nachbeobachtung. [17]
- Welche Befunde stehen der Antwort entgegen?
- In der Biofeedbackschienen-Studie unterschied sich die Häufigkeit der Aktivität in den Nachmessungen nicht signifikant von der konventionellen Schiene. [30]
- Welche Frage bleibt offen?
- Ob der Effekt über Wochen hinaus anhält, ist offen. [17] [34]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Bei Wachbruxismus kann eine angeleitete Selbstbeobachtung, auch per App nach kurzer Einweisung, erwogen werden; elektrische Stimulation kommt allenfalls als Ergänzung nach Beratung und Schiene in Betracht. [52] [38] [31]
Einordnung der Konsequenz: Aus den Befunden fachlich abgeleitet.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für motivierte Erwachsene mit Wach- oder Schlafbruxismus; akustische Signale in der Nacht können den Schlaf stören. [52]
Zur Vertiefung: Biofeedback, Elektrostimulation und Selbstbeobachtung
Welche Rolle spielen psychologische Verfahren, Entspannung und Physiotherapie?
- Antwort
- Sie sind Bausteine gegen Beschwerden und Stress; ihre Wirkung auf die Bruxismusaktivität ist kaum geprüft. [7] [6] [44]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Unter Kaumuskeltraining nahmen Schmerzen ebenso ab wie in den Vergleichsgruppen, manuelle Therapie verbesserte die Schlafqualität, nicht aber Bruxismussymptome. [8] [6]
- Wie belastbar ist die Antwort? Sehr gering
- Studienlage: Ausgewertet, für diese Frage nicht ausreichend. Die Studien sind klein und teils unkontrolliert, und für den Schmerz bewertet GRADE die Evidenz als sehr niedrig. [8] [35]
- Welche Befunde stehen der Antwort entgegen?
- Ein Programm aus Selbstbeobachtung, Muskelrelaxation und angeleitetem Reiten verbesserte das klinische Bruxismusbild in sechs Monaten nicht. [41]
- Welche Frage bleibt offen?
- Ob kognitive Verhaltenstherapie Wach- oder Schlafbruxismus messbar vermindert, müssten randomisierte Studien zeigen. [44]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Autoren empfehlen bei Wachbruxismus mit TMD und psychischer Belastung ein multidisziplinäres Vorgehen mit Selbstmanagement, Entspannung, Physiotherapie und gegebenenfalls psychologischer Mitbehandlung. [7] [32]
Einordnung der Konsequenz: Auf Grundlage eines Expertenkonsensus.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt vor allem für Erwachsene mit Wachbruxismus, TMD-Beschwerden und erhöhter psychischer Belastung. [32] [7]
Zur Vertiefung: Psychologische Verfahren, Entspannung und Physiotherapie
Gibt es Medikamente gegen Bruxismus?
- Antwort
- Nicht für den Routineeinsatz: Clonazepam und Clonidin senkten Schlafbruxismus in kleinen Studien, doch Nebenwirkungen und die kurze sichere Anwendungsdauer begrenzen sie. [39] [19] [23]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Opipramol senkte den Episodenindex in einer unkontrollierten Fallserie, Propranolol und Amitriptylin wirkten in kontrollierten Untersuchungen nicht. [54] [39]
- Wie belastbar ist die Antwort? Sehr gering
- Studienlage: Ausgewertet, für diese Frage nicht ausreichend. Die Belege sind überwiegend Fallberichte und sehr kleine Studien, und die Autoren nennen die Wirksamkeit insgesamt inkonsistent. [39] [23]
- Welche Frage bleibt offen?
- Ob die Umstellung auslösender Medikamente wie bestimmter Antidepressiva den Bruxismus mindert, ist ungeklärt. [65] [39]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Eine medikamentöse Therapie bleibt eine Einzelfallentscheidung für schwere Fälle in ärztlicher Mitbehandlung; die bestehende Medikation auf mögliche Auslöser wie SSRI oder SNRI zu prüfen, liegt nahe. [23] [39]
Einordnung der Konsequenz: Entscheidung bleibt offen.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Erwachsene mit schwerem Schlafbruxismus; bei Verdacht auf Schlafapnoe sind Benzodiazepine zu meiden. [56]
Wann ist an Schlafapnoe zu denken, und was bewirken CPAP und Protrusionsschiene?
- Antwort
- Bei Schnarchen, Tagesschläfrigkeit oder morgendlichen Kopfschmerzen; CPAP und Unterkieferprotrusionsschiene senkten die Schlafbruxismusaktivität in kleinen Kohorten im Mittel, aber nicht bei allen. [11] [47]
- Welche Befunde tragen die Antwort?
- Bei Schlafapnoe haben 34–65 % polysomnografisch Schlafbruxismus, und in einer Pilotkohorte sank der RMMA-Index unter beiden Therapien auf 2,1 Episoden pro Stunde. [56] [47]
- Wie belastbar ist die Antwort? Gering
- Studienlage: Widersprüchliche Befunde. Die Daten stammen aus nicht randomisierten Pilotstudien mit wenigen Teilnehmenden. [47] [48]
- Welche Befunde stehen der Antwort entgegen?
- Unter CPAP nahm der Index bei sieben von 13 Personen zu, und bei acht Männern änderte sich unter Protrusionsschiene der Gesamtindex nicht signifikant. [47] [48]
- Welche Frage bleibt offen?
- Ob die Apnoebehandlung auch Zähne und Kaumuskeln entlastet, wurde in diesen Studien nicht erhoben. [47]
- Welche Konsequenz lässt sich begründen?
- Übersichtsautoren empfehlen bei Verdacht eine schlafmedizinische Abklärung, bei gesicherter Apnoe deren Behandlung zuerst und Protrusionsschienen nur in diesem Zusammenhang. [11] [18] [23]
Einordnung der Konsequenz: Auf Grundlage eines Expertenkonsensus.
- Für wen gilt diese Einordnung?
- Gilt für Erwachsene mit Schlafbruxismus und Hinweisen auf eine Schlafapnoe, bei der intermaxilläre Schienen Symptome verschlechtern könnten. [45]
Wie ist die Sicherheit der Aussagen gemeint?
Die Sicherheit beschreibt, wie verlässlich die jeweilige Aussage ist. Die Studienbefunde zeigen, ob die ausgewerteten Ergebnisse sie stützen oder einander widersprechen. Auch eine gestützte Aussage kann noch unsicher sein. Dies ist eine begründete redaktionelle Einschätzung, keine formale GRADE-Bewertung (ein standardisiertes Verfahren zur Bewertung wissenschaftlicher Evidenz) und keine Einstufung der Stärke einer Behandlungsempfehlung.
Studien im Vergleich
| Studie | Design | Population | Erfassung | Ergebnisse und Unsicherheit | Grenzen |
|---|---|---|---|---|---|
| The dental demolition derby: bruxism and its impact - part 2: early management of bruxism. [49] | Narrative Übersicht mit Managementkonzept (British Dental Journal) [49] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schiene primär Zahnschutz, Aktivitätssenkung schwierig; hartes Acrylat bevorzugt; Kontrollen nach sechs Wochen und drei Monaten; Botulinumtoxin eher Reservetherapie [49] | Referierter Review mit 37 Studien ohne Studien zur Kontrolle des Zahnverschleißes; Pharmakotherapie mit unklarer Evidenz [49] |
| Sleep Bruxism: A Narrative Review of Current Concepts, Mechanisms, and Clinical Implications. [23] | Narrative Übersicht zu Schlafbruxismus, Therapie als Sekundärbericht [23] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Keine Intervention beseitigt SB vollständig; Schiene nur kurzfristig weniger Episoden; Botulinumtoxin-Wirkung lässt nach drei bis vier Monaten nach; Pharmakotherapie inkonsistent; Protrusionsschiene bei Schnarchen oder OSA [23] | Therapiebefunde ausschließlich als Sekundärberichte [23] |
| Sleep bruxism: a novel theoretical perspective through the lens of the free energy principle (FEP). [61] | Theoretisches Modell (Free Energy Principle) [61] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Klinische Problematik hängt von schädlichen Folgen ab; Aktivität und Schmerz oder Gewebeschaden getrennt beurteilen [61] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. |
| Current Knowledge and Future Perspectives on Awake Bruxism Assessment: Expert Consensus Recommendations. [37] | Expertenkonsens zur Erfassung von Wachbruxismus [37] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Selbstbericht, EMA, klinische Untersuchung und EMG diskutiert [37] | Wachbruxismus umfasst Zahnkontakt, Anspannen oder Vorschieben; Schmerz und Funktion getrennt von dentalen Befunden dokumentieren [37] | Validität der EMA gegenüber tatsächlicher Muskelaktivität ungeklärt [37] |
| Associations between sleep bruxism and other sleep-related disorders in adults: a systematic review. [18] | Systematische Übersicht, 37 Artikel, Erwachsene [18] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | SB bei OSA 26,0 % per Selbstbericht, 33,3–53,7 % per PSG; bei OSA plus SB zuerst OSA behandeln; Management nach negativen Folgen ausrichten [18] | Unterschiedliche RMMA-Schwellen; Therapiehinweise als Sekundärbericht [18] |
| AWAKE BRUXISM PREVALENCE ACROSS POPULATIONS: A SYSTEMATIC REVIEW AND META-ANALYSIS. [7] | Systematische Übersicht mit Metaanalyse, 94 Studien, 51.134 Personen [7] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Wachbruxismus überwiegend per Fragebogen, teils klinisch gestützt [7] | Prävalenz 25,9 % per Selbstbericht vs. 16,0 % klinisch gestützt; traumafokussierte Therapie (Kohorte, n = 98): 49,1 % vor vs. 34,7 % nach Behandlung [7] | Prävalenz, EMA-Häufigkeit und EMG-Aktivität sind keine austauschbaren Endpunkte [7] |
| Sleep Bruxism and Orofacial Pain in Patients with Sleep Disorders: A Controlled Cohort Study. [68] | Gruppenvergleich in einem Schlafzentrum, 88 Personen [68] | Erwachsene mit diagnostizierter Schlafstörung [68] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Nur 12 von 22 PSG-positiven Personen gaben Schlafbruxismus selbst an (54,5 %) [68] | Aussage gilt für diesen Fragebogen in einer Schlafstörungsstichprobe [68] |
| Polysomnographic scoring of sleep bruxism events is accurate even in the absence of video recording but unreliable with EMG-only setups. [67] | Methodenvergleich reduzierter Messaufbauten gegen PSG mit Audio und Video, 19 Personen [67] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | EMG-only: ICC 0,037–0,085; Sensitivität 75,2–93,9 %, positiver Vorhersagewert 11,0–14,3 % [67] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. |
| Variability of sleep bruxism-findings from consecutive nights of monitoring. [64] | Mehrnachtauswertung, 31 Erwachsene aus einem RCT zu Keramikkronen [64] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Variationskoeffizient des SB-Index 0,44 ± 0,31 (Spannweite 0,089 bis 1,5) [64] | Eine einzelne Nacht reicht nicht, um einen Behandlungseffekt zuzuschreiben [64] |
| Vertical Dimension in Prosthodontics Theory and Practice (Part III): Contemporary Clinical Protocols and Decision-Making for Loss of Vertical Dimension of Occlusion. [2] | Narrative Übersicht (SANRA-orientiert) zur okklusalen Vertikaldimension [2] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Nächtliche Stabilisierungsschiene bei bestätigter Parafunktion zum Restaurationsschutz empfohlen [2] | Empfehlung beruht überwiegend auf Konsens und biomechanischer Plausibilität [2] |
| Comparative analysis of different types of occlusal splints for the management of sleep bruxism: a systematic review. [14] | Systematische Übersicht, 15 Publikationen zu Schienentypen [14] | 529 Personen, darunter 240 Kinder; überwiegend Schlafbruxismus [14] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Harte Schiene senkte nächtliche Aktivität bei 8 von 10, weiche erhöhte sie bei 5; harte und palatinale Apparatur je 50 % weniger Geräuschepisoden; Effekt nach 2 bis 6 Wochen nicht anhaltend [14] | Heterogene Schienen und kurze Nachbeobachtung; Zahnschutz nicht als Endpunkt verglichen [14] |
| Bruxism and dental implants: A systematic review and meta-analysis. [15] | Systematische Übersicht mit Metaanalyse, 27 Studien zu Implantaten [15] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schutzschiene nach Implantattherapie als vorsorgliche Maßnahme erwogen [15] | Belege für einen Einfluss von Schienen auf das Implantatüberleben fanden die Autoren nicht [15] |
| Wear effects between polymethyl methacrylate occlusal splints and opposing dentin surfaces during bruxism mimicking events. [62] | In-vitro-Verschleißstudie an zwölf Prämolaren [62] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | 60.000 Zyklen: Dentin 0,003 ± 0,005 mm vs. PMMA 0,033 ± 0,008 mm (p = 0,024) [62] | Materialversuch, indirekte mechanistische Evidenz [62] |
| Particularities of the implant-supported prosthesis in patients with bruxism: systematic review of the literature. [4] | Systematische Übersicht, 20 Kohortenstudien, 9.313 Patienten [4] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Ohne regelmäßig getragene Schutzschiene 1,8-fach höheres Verschleißrisiko prothetischer Materialien (Sekundärbericht); harte, vollständig abdeckende Schiene empfohlen [4] | Schienenbefund aus einer methodisch schwachen retrospektiven Kohorte [4] |
| Survival and Success Rates of Monolithic Zirconia Restorations Supported by Teeth and Implants in Bruxer versus Non-Bruxer Patients: A Retrospective Study. [51] | Retrospektive Kohorte, 15 Personen mit und 25 ohne Bruxismus [51] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Drei Zahnfrakturen nur bei zwei Bruxern, beide ohne Schiene (p = 0,051) [51] | Deskriptive Beobachtung an zwei Betroffenen [51] |
| Frequency of Smoking and Marginal Bone Loss around Dental Implants: A Retrospective Matched-Control Study. [69] | Retrospektive Aktenstudie einer Spezialklinik, Malmö [69] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Vorhandene Schienen teils nur gelegentlich, nur in den ersten zwei Wochen oder gar nicht getragen (Sekundärbericht) [69] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. |
| Fractures of implant fixtures: a retroscccpective clinical study. [57] | Retrospektive Fallserie frakturierter Implantate [57] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schlafbruxismusfall: Schiene als unangenehm empfunden und kaum genutzt; Fraktur beider Implantate nach 59 Monaten [57] | Keine ursächliche Zuschreibung an die geringe Schienennutzung möglich [57] |
| Relationship between bite force, bruxism, and fractures of teeth and dental restorations. [42] | Langzeitnachuntersuchung einer Implantatkohorte, Malmö [42] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Wahrscheinlicher Bruxismus per Selbstbericht und klinischer Inspektion [42] | 15 Schienennutzer; Autoren vermuten begrenzten Schutz, da Wachbruxismus mitwirken kann [42] | Frakturvergleich zwischen Schienennutzern und Nichtnutzern nicht erfolgt [42] |
| Comparison of digital splints versus traditional splints for bruxism management: a systematic review. [3] | Systematische Übersicht aus acht RCTs, ohne Metaanalyse [3] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Biofeedbackschiene 3,3 ± 1,4 vs. 11,4 ± 3,7 Ereignisse in acht Stunden Schlaf (n = 24); Schieneneffekt auf EMG-Ereignisse nur vorübergehend [3] | Digitale Gruppe mischt Material, Bauform und Wirkprinzip [3] |
| Effect of Occlusal Splint Guidance on Masseter Muscle Activity During Sleep in Adults with Sleep Bruxism: A Preliminary Randomized Crossover Clinical Trial. [24] | Unverblindete randomisierte Crossover-Studie, 23 ausgewertet [24] | Erwachsene mit Schlafbruxismus [24] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Integriertes Masseter-EMG 1630 vs. 1823 μV·s/h (p = 0,394); 9,07 vs. 9,66 Episoden pro Stunde [24] | Vorteile balancierter Okklusion bleiben prüfbedürftige Hypothese [24] |
| Temporomandibular Disorders Beyond Orofacial Pain: A Narrative Review of Musculoskeletal, Headache, and Central Nervous System Implications. [1] | Narrative Übersicht auf Basis von 40 Publikationen [1] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Umbrella-Review über 21 Reviews: überwiegend geringe günstige oder neutrale Schieneneffekte auf TMD-Endpunkte [1] | Keine formale GRADE-Bewertung; unterschiedliche TMD-Diagnosekriterien [1] |
| Muscle disorders and dentition-related aspects in temporomandibular disorders: controversies in the most commonly used treatment modalities. [59] | Narrative Übersicht zu TMD-Behandlungskontroversen [59] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Stabilisierungsschiene ohne signifikanten Unterschied zu anderen aktiven Verfahren; weiche Schienen mit Symptomverschlechterung bei bis zu 26 % [59] | Historische Sekundärberichte aus TMD-Kollektiven [59] |
| Assessment of Using Occlusal Splints Without Other Adjunctive Treatment Modules in the Management of Temporomandibular Disorders: A Systematic Review of Literature. [9] | Systematische Übersicht, 31 Arbeiten zu Okklusionsschienen bei TMD [9] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Wirksamkeit als Monotherapie uneinheitlich; günstigere Ergebnisse für dickere harte Schienen, etwa 3 mm [9] | Keine allgemeine Dickenempfehlung für Bruxismus ableitbar [9] |
| Lifespan of Splints in a Sample of German Soldiers Hospitalised with Post-traumatic Stress Disorder (PTSD) in Combination with Sleep Bruxism and Painful Temporomandibular Disorder (TMD). [29] | Prospektive Beobachtungsstudie, 153 Soldaten [29] | PTBS, Bruxismus und schmerzhafte TMD [29] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Kampfassoziierte PTBS nach sechs Wochen: VAS 7,8 ± 1,1 → 2,6 ± 1,2 mit Schiene, 7,8 ± 0,8 → 4,5 ± 1,3 ohne Schiene [29] | 22 Patienten (14,4 %) mit Schmerzverschlechterung und Schienenabbruch bildeten die Vergleichsgruppe [29] |
| Neuro-Muscular Dentistry: the "diamond" concept of electro-stimulation potential for stomato-gnathic and oro-dental conditions. [53] | Konzeptionelle Übersicht mit Sekundärberichten [53] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Crossover mit 24 Bruxern: weder Schiene noch TENS verbesserte TMD-Zeichen und -Symptome [53] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. |
| Influence of Soft Stabilization Splint on Electromyographic Patterns in Masticatory and Neck Muscles in Healthy Women. [63] | Intraindividueller Messvergleich mit und ohne weiche Schiene [63] | 70 gesunde Frauen ohne TMD [63] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Masseter-RMS in Ruhe 2,19 → 5,18 µV, beim Pressen 148,78 → 180,40 µV (p = 0,04) [63] | Nur Sofortmessung; Langzeitwirkung offen [63] |
| The NTI-tss device for the therapy of bruxism, temporomandibular disorders, and headache - where do we stand? A qualitative systematic review of the literature. [21] | Qualitative systematische Übersicht, 68 Publikationen, fünf RCTs [21] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | NTI-tss senkte EMG-Aktivität, klinisch ohne Unterschied zur Stabilisierungsschiene; anterior offener Biss, Knochenresorption; Mundtrockenheit bei 6/18 [21] | Recherche bis Ende 2007; NTI setzt regelmäßige Kontrollen voraus [21] |
| Factors Influencing Adherence to Therapy With Occlusal Splints-A Multicentre Questionnaire Based Study. [25] | Multizentrische Fragebogenstudie, 200 ausgewertet [25] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Selbstberichtete Tragehäufigkeit 4–8 Wochen nach Eingliederung [25] | 67 % hoch adhärent; wahrgenommener Nutzen OR 2,5, regelmäßige Schlafzeiten OR 3,0; Speichelfluss OR 0,3, Atembeeinträchtigung OR 0,1 [25] | Subjektive Angaben; keine Aussage zur Langzeitpersistenz [25] |
| Three-dimensional analysis using a dental model scanner: Morphological changes of occlusal appliances used for sleep bruxism under dry and wet conditions. [27] | Laborstudie an acht PMMA-Schienen [27] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Maximale Oberflächenabweichung nass 0,069/0,075 mm, trocken 0,118/0,106 mm [27] | Werkstückbefund ohne Patienten [27] |
| Botulinum Toxin for Bruxism: An Overview. [10] | Übersicht über 14 systematische Reviews [10] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | VAS-Abnahme um 4,06 Punkte (Zhang 2024); eher geringere Kontraktionsintensität als weniger Episoden; Einordnung als letzte Therapieoption [10] | Vertrauen nach AMSTAR-2 in alle Reviews bis auf einen kritisch niedrig [10] |
| Botulinum Toxin Therapy for Managing Sleep Bruxism: A Randomized and Placebo-Controlled Trial. [58] | Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie [58] | 30 Erwachsene, 20–56 Jahre [58] | 25 U je Masseter vs. Kochsalz; PSG mit Masseter-EMG [58] | EMG-Spitzenamplitude 88,05 → 29,80 μV (Interaktion p = 0,001); RMMA-Episoden/h 5,08 / 4,81 / 5,15 (p = 0,243) [58] | Vollständig herstellerunterstützt [58] |
| Efficacy and Safety of Botulinum Toxin in the Management of Temporomandibular Symptoms Associated with Sleep Bruxism: A Systematic Review. [12] | Systematische Übersicht aus neun RCTs, ohne Metaanalyse [12] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Ereignisrate 4,97 → 1,70/h (Lee); EMG 89,23 → 36,69 µV bei unverändertem Auftreten (Shim 2020); Wirkungsverlust nach 3,5 Monaten; Kaya: Schiene und BoNT-A ohne signifikanten Unterschied [12] | Uneinheitliche Dosen; Ondo mit numerisch höherer VAS unter BoNT-A; Unbehagen bei 70,0 % [12] |
| The effectiveness of botulinum toxin for temporomandibular disorders: A systematic review and meta-analysis. [13] | Systematische Übersicht mit Metaanalyse von RCTs [13] | TMD, myofaszialer Schmerz und bruxismusbezogene Beschwerden [13] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schmerz-MD −1,71 (95%-KI −2,87 bis −0,5) nach einem, −1,53 (−2,80 bis −0,27) nach drei, −1,33 (−2,74 bis 0,77) nach sechs Monaten; unerwünschte Ereignisse RR 1,34 (0,48–6,78) [13] | Evidenz niedrig bis moderat, Schlussfolgerungen nicht robust [13] |
| Bruxism treatment outcomes: A systematic review and meta-analysis. [5] | Systematische Übersicht mit Metaanalysen aus vier Studien, Random-Effects [5] | 22 Studien, darunter auch Kinderstudien [5] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | BoNT vs. Schiene MD 0,17 (95%-KI 0,04–0,30; I² = 94 %); vs. Placebo MD 6,34 (I² = 95 %); RCT mit 40 Erwachsenen: keine Methode überlegen [5] | Kleine Stichproben, unterschiedliche Designs und Messverfahren [5] |
| Occlusal splint or botulinum toxin-a for jaw muscle pain treatment in probable sleep bruxism: A randomized controlled trial. [28] | RCT, Parallelgruppen, verblindete Endpunkterhebung, 59 ausgewertet [28] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Harte Oberkieferschiene vs. einmalig 60 U in die Masseter; GCPS, JFLS-20 [28] | Schmerz: OR 0,81 (0,35–1,86); Funktion: OR 0,29 (0,11–0,82) zuungunsten BTX-A, jeweils nach Berücksichtigung weiterer Einflüsse; Kauunbehagen 79,3 % in Woche eins [28] | Ohne Placebogruppe und ohne instrumentelle Aktivitätsmessung [28] |
| Comparison of the effectiveness of botulinum toxin, dry needling, pharmacological treatment, and manual therapy for bruxism-induced myalgia: a prospective randomized study. [43] | Randomisierte vierarmige Parallelstudie, 80 Erwachsene [43] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | BoNT-A, Dry Needling, Methocarbamol-Paracetamol, manuelle Therapie; VAS nach 12 Wochen [43] | VAS nach 12 Wochen: BoNT-A 6,60 → 3,25, DN 6,15 → 4,15, PT 5,15 → 3,75, MT 6,05 → 3,50; keine signifikante Überlegenheit [43] | Behandlungsoffener Vergleich; lokale Beschwerden bei 7 von 20 unter BoNT-A [43] |
| Botulinum Toxin Therapy for Oromandibular Dystonia and Other Movement Disorders in the Stomatognathic System. [50] | Literaturübersicht zu Botulinumtoxin bei stomatognathen Bewegungsstörungen [50] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Sim (n = 30): nach zwölf Wochen geringere EMG-Amplitude, Entstehung des Schlafbruxismus nicht reduziert; Botulinumtoxin bei schweren, therapieresistenten Fällen erwägen [50] | Kieferschließerdystonie abgrenzen [50] |
| Effects of Botulinum Toxin Type A on Pain among Trigeminal Neuralgia, Myofascial Temporomandibular Disorders, and Oromandibular Dystonia. [74] | Verlaufsauswertung einer TMD-Gruppe, 53 Personen [74] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | VAS 71,2 ± 19,3 → 19,8 ± 9,8 nach zwölf Wochen [74] | Autorenempfehlung: BoNT/A erst nach unzureichendem Erfolg konservativer Maßnahmen [74] |
| A Controlled Phase 2b Trial to Assess the Efficacy and Safety of a Single Intervention of OnabotulinumtoxinA for Treating Masseter Muscle Prominence. [72] | Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-2b-Studie, 150 Randomisierte [72] | Erwachsene mit bilateraler Masseterprominenz [72] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Behandlungsbezogene Ereignisse 11/102 (10,8 %) vs. 0/48; Kaustörung, lokale Muskelschwäche, verändertes Lächeln je 3/102 (2,9 %) [72] | Sponsor an Analyse und Freigabe beteiligt [72] |
| Use of Botulinum Toxin in Orofacial Clinical Practice. [20] | Literaturübersicht, 17 Bruxismusartikel, davon vier randomisiert [20] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Randomisierte Studie mit 24 Patienten in drei Gruppen; verändertes Lächeln bei zwei Behandelten [20] | Häufigere Injektionen können neutralisierende Antikörper begünstigen [20] |
| Botulinum Toxin in Movement Disorders: An Update. [55] | Literaturübersicht zu Botulinumtoxin bei Bewegungsstörungen [55] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Lee 2010: geringerer Bruxismus unter BoNT (p = 0,027); Ondo 2018: zwei Patienten mit verändertem Lächeln [55] | Systematische Reviews widersprüchlich; Antikörper bei Langzeitanwendung [55] |
| Decreased mandibular cortical bone quality after botulinum toxin injections in masticatory muscles in female adults. [60] | Retrospektive Kohorte mit selbst gewählter Therapie [60] | Junge und postmenopausale Frauen mit myofaszialem Schmerz [60] | 20 U Temporalis und 25 U Masseter; CT von Muskel und Kondylus [60] | Muskeldicke unter BTX signifikant vermindert; kortikale HU am Kondylus bei jungen Frauen gesunken (p < 0,001 bzw. p = 0,014) [60] | Bei postmenopausalen Frauen Abnahme auch unter Schiene allein [60] |
| Longitudinal Computed Tomography Indicates No Negative Impact of OnabotulinumtoxinA on Mandibular Bone Density in a 12-Month, Double-Blind, Randomized, Repeat Treatment, Placebo-Controlled Study in Healthy Adults With Masseter Muscle Prominence. [71] | Auswertung einer randomisierten, placebokontrollierten Phase-2-Studie [71] | Erwachsene mit Masseterprominenz [71] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Kondylus links nach zweimal 72 U: −2,15 % vs. −0,17 % unter Placebo, Unterschied −1,98 Prozentpunkte (95%-KI −3,69 bis −0,28) [71] | Ein Jahr Beobachtung; Herstellerfinanzierung [71] |
| Masseter Muscle Morphometric Changes After Botulinum Toxin Type A Injection: A Prospective 3-Month Study. [40] | Prospektive Pilotstudie ohne Kontrollgruppe [40] | Myofasziale Kaumuskelschmerzen und Bruxismus nach STAB [40] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Masseterkontur −0,716 mm nach einem und −0,847 mm nach drei Monaten [40] | Schmerz und Funktion nicht als Endpunkte untersucht [40] |
| Compensatory Masseteric Bulging: A Novel Observation and Its Implications for Botulinum Neurotoxin Injection Techniques. [73] | Fallbericht [73] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Nach wiederholter Behandlung im unteren Masseter Vorwölbung des oberen Anteils [73] | Autorenvorschlag: Injektionen auf alle Masseterabschnitte verteilen [73] |
| Effectiveness of Biofeedback in Individuals with Awake Bruxism Compared to Other Types of Treatment: A Systematic Review. [17] | Systematische Übersicht mit Metaanalyse, vier kontrollierte Studien [17] | 69 Erwachsene mit Wachbruxismus, 18–60 Jahre [17] | EMG-erfasste tonische und phasische Ereignisse [17] | Phasische Tagesereignisse SMD −1,92 (95%-KI −2,80 bis −1,03); tonische SMD −1,31 (−2,10 bis −0,51); phasische Nachtereignisse SMD −1,66 (−2,56 bis −0,77) [17] | Je zwei Studien, 1–2 Wochen Nachbeobachtung, Evidenz sehr niedriger Sicherheit; Schmerz nicht ausgewertet [17] |
| Comparing botulinum toxin and biofeedback therapies for awake bruxism: a randomized clinical trial. [33] | Einfach verblindete RCT, EMG-Biofeedback vs. Botulinumtoxin [33] | Erwachsene mit TMD und Wachbruxismus von mindestens 60 % in der EMA [33] | EMA-Häufigkeit per App, OBC [33] | EMA-Häufigkeit unter Biofeedback 0,81 → 0,56 (p = 0,008), unter BTA 0,76 → 0,67; OBC ohne signifikante Änderung [33] | Widersprüchliche Fallzahlen; kein gesicherter Vorteil einer Gruppe [33] |
| Effect of treatment with a full-occlusion biofeedback splint on sleep bruxism and TMD pain: a randomized controlled clinical trial. [30] | Monozentrische randomisierte Studie [30] | Erwachsene mit TMD und Bruxismuszeichen [30] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Biofeedbackschiene: Gesamtdauer 19,1 ± 16,1 → 5,2 ± 4,5 s/h, Bursts 21,3 → 12,9/h; allgemeine Schmerzempfindung stärker gebessert als unter Acrylatschiene (p = 0,017) [30] | Häufigkeit ohne signifikanten Gruppenunterschied; unverblindet; Herstellerunterstützung; ein Abbruch wegen neuralgischer Schmerzen [30] |
| Consensus-based clinical guidelines for ambulatory electromyography and contingent electrical stimulation in sleep bruxism. [31] | Konsens mit sechs Teilnehmenden zu GrindCare [31] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schema zwei Wochen Baseline, vier Wochen CES, zwei Wochen Pause; Beschwerden können sich ohne Aktivitätsabnahme bessern; Kiefermuskelschmerz in referierter Studie unbeeinflusst [31] | Gelpad-Ablösung bei der Hälfte der Befragten; kleine, selektierte Studien [31] |
| [Dental disorders with a psychosocial background]. [52] | Narrative Übersicht zu psychosozial beeinflussten Krankheitsbildern [52] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Aufklärung und Bewusstmachen im Zentrum; Schiene zum Schutz vor Attrition; Physiotherapie für Beschwerden [52] | Akustisches Feedback bei Schlafbruxismus umstritten [52] |
| Smartphone Applications in Dentistry: A Scoping Review. [16] | Scoping-Review zu Gesundheitsapps, 21 Studien [16] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | EMA-App mit Push-Nachrichten [16] | Compliance qualitativ als gut beschrieben, eingeschränkte Teilnahme Einzelner [16] | Therapieeffekte der Apps nicht quantifiziert [16] |
| Comparison between Ecological Momentary Assessment and Questionnaire for Assessing the Frequency of Waking-Time Non-Functional Oral Behaviours. [36] | Querschnittlicher Methodenvergleich OBC vs. EMA [36] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Bewusstwerdung mit EMA höher (5,8 vs. 4,92; p = 0,001), Zeitaufwand ebenfalls höher [36] | App diente der Erfassung, nicht der Therapie [36] |
| Long-Term Study on the Fluctuation of Self-Reported Awake Bruxism in a Cohort of Healthy Young Adults. [34] | Längsschnittbeobachtung, 77 Zahnmedizinstudierende [34] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Entspannte Kiefermuskulatur 72,9 % → 80,8 % über sechs Monate (p = 0,070) [34] | Mitautor an der App-Entwicklung beteiligt [34] |
| Ecological Momentary Assessment of Awake Bruxism with a Smartphone Application Requires Prior Patient Instruction for Enhanced Terminology Comprehension: A Multi-Center Study. [38] | Multizentrische Vorher-nachher-Studie, 307 Erwachsene [38] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Alle fünf EMA-Begriffe richtig: 23,8 % → 62,9 % nach kurzer Unterweisung (p < 0,001) [38] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. |
| Temporomandibular disorders in a tertiary clinic: associations with pain, chronicity, sleep versus awake bruxism, and psychological factors-a retrospective study. [32] | Retrospektive Aktenauswertung, 222 Erwachsene mit TMD [32] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Wachbruxismus 37,8 %; je PSS-10-Punkt höhere Odds für Wachbruxismus [32] | Autoren fordern klinische Studien zum Stressmanagement [32] |
| A Two-Sample Mendelian Randomization Study of Neuroticism and Sleep Bruxism. [44] | Zwei-Stichproben-Mendel-Randomisierung [44] | FinnGen: 377.277 Personen, 12.297 Fälle [44] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Neurotizismus IVW-OR 1,38 (95-%-KI 1,10–1,74) [44] | Registerdiagnose; MR-Egger nicht signifikant [44] |
| Correlation between Sleep Bruxism, Stress, and Depression-A Polysomnographic Study. [70] | Klinische Beobachtungsstudie mit Video-PSG [70] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Kein Zusammenhang zwischen BEI und PSS-10 (r = 0,06; p = 0,64) [70] | Belegt weder Bedeutungslosigkeit psychischer Belastung noch Unwirksamkeit psychologischer Maßnahmen [70] |
| Primary headache management in a multidisciplinary team - a pilot study. [35] | Als randomisiert bezeichnete Pilotstudie mit fraglicher Zuteilung [35] | 34 Personen mit manueller Therapie, 33 mit zusätzlicher Beratung und Entspannung [35] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | AB-Score nach drei Monaten 85,67 (MT) vs. 74,53 (MT+C; p = 0,04); Stress 19,9412 vs. 17,5758 (p = 0,048) [35] | Diskussion spricht von nicht signifikanten Unterschieden; Kopfschmerz ohne Gruppenunterschied [35] |
| Hippotherapy in the Treatment of CMD and Bruxism in Dentistry. [41] | Vergleichende Pilotstudie ohne Randomisierung [41] | Reiterinnen aus einer Kiefergelenksprechstunde; acht in der Interventionsgruppe [41] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Keine Verbesserung des klinischen Bruxismusbildes und kein signifikanter CMD-Effekt in sechs Monaten [41] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. |
| Effectiveness of Resistance Training of Masticatory Muscles for Patients With Temporomandibular Disorders: A Systematic Review. [8] | Systematische Übersicht, drei Studien zu Widerstandstraining [8] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schmerzen in Trainings- und Vergleichsgruppen gesunken; CPI −53 % unter Training vs. −40 % unter Schiene [8] | GRADE sehr niedrig; Überlegenheit gegenüber Schiene widersprüchlich berichtet [8] |
| Effect of Cervical Manual Therapy on Sleep Quality: A Scoping Review of Randomized Controlled Trials. [6] | Scoping-Review, zehn RCTs, davon zwei zu Schlafbruxismus [6] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schlafqualität per PSQI [6] | Manuelle Therapie über acht Wochen verbesserte PSQI gegenüber Übungen (p < 0,01) und gegenüber Schiene (p < 0,05) [6] | Schmerz, Stress und Bruxismussymptome ohne signifikanten Unterschied [6] |
| The Initial Treatment Plan Versus the Actually Performed Treatment of Patients With Temporomandibular Disorders in the First 6 Months After the Initial Visit. [26] | Retrospektive Kohorte, 140 Erwachsene einer TMD-Ambulanz [26] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Abweichung vom Behandlungsplan bei 80 von 140; psychologische Behandlung bei 35 von 82 Vorgesehenen [26] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. |
| Medications and addictive substances potentially inducing or attenuating sleep bruxism and/or awake bruxism. [39] | Narrative Übersicht ohne Qualitätsbewertung [39] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Clonazepam 1 mg/Tag bei 21 Personen wirksam gegenüber Placebo; Clonidin wirksam; Paroxetin OR 3,63 für Schlafbruxismus [39] | Propranolol und Amitriptylin in kontrollierten Studien ohne Effekt; Benzodiazepine nur zwei bis vier Wochen relativ sicher [39] |
| Cardiovascular Implications of Sleep Bruxism-A Systematic Review with Narrative Summary and Future Perspectives. [19] | Systematische Übersicht; Sekundärbericht eines RCT mit 25 Personen [19] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Nur Clonidin reduzierte die SB-Häufigkeit (61 %), Propranolol nicht [19] | Niedrige Evidenzqualität; morgendliche symptomatische Hypotonie [19] |
| Consecutive Controlled Case Series on Effectiveness of Opipramol in Severe Sleep Bruxism Management-Preliminary Study on New Therapeutic Path. [54] | Prospektive Fallserie ohne Kontrollgruppe [54] | 19 vollständig nachuntersuchte Personen mit Schlafbruxismus [54] | 100 mg Opipramol über acht Wochen [54] | BEI 6,64 ± 1,75 → 4,32 ± 2,15 pro Schlafstunde; fünf mit vorübergehender Schläfrigkeit [54] | BBI nicht signifikant; bei Männern Anstieg von AHI und ODI [54] |
| Cannabidiol Intervention for Muscular Tension, Pain, and Sleep Bruxism Intensity-A Randomized, Double-Blind Clinical Trial. [46] | Randomisierte dreiarmige Studie, 60 ausgewertet [46] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Schmerz nach 30 Tagen unter 10 % und 5 % CBD besser als Placebo (p = 0,000004 bzw. p = 0,001845); Episodenindex ohne signifikanten Unterschied (p = 0,234654) [46] | Geschmacksunterschied gefährdet die Verblindung [46] |
| Bruxism and Sleep Disorders in Patients Diagnosed With Depressive Disorder and Anxiety Disorder Using Antidepressants. [65] | Querschnittsstudie, 273 psychiatrische Patienten vs. 273 Kontrollen [65] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Fragebogen mit psychiatrischer Bestätigung [65] | Antidepressivaeinnahme OR 5,928 (95%-KI 3,708–9,478) für Bruxismus [65] | Erkrankung und Medikation nicht getrennt; Absetzen oder Wechsel nicht untersucht [65] |
| The face of Dental Sleep Medicine in the 21st century. [56] | Narrative Übersicht auf Symposiumsbasis [56] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | SB bei OSA 26 % per Selbstbericht, 34–65 % per PSG; bei begleitenden Schlafstörungen diese zuerst behandeln; Benzodiazepine bei Apnoeverdacht meiden [56] | Responder-Phänotypen nicht identifiziert; Evidenz reicht nicht für eine definitive Strategie zur Aktivitätsreduktion [56] |
| Obstructive sleep apnoea, sleep bruxism and gastroesophageal reflux - mutually interacting conditions? A literature review. [66] | Narrative Übersicht zu OSA, Schlafbruxismus und Reflux [66] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Nur 3,5 % (mittelgradige) bzw. 14,4 % (leichte OSA) der SB-Ereignisse direkt Apnoen zugeordnet [66] | Zeitliche Kopplung widersprüchlich [66] |
| Effects of continuous positive airway pressure and mandibular advancement appliance therapy on sleep bruxism in adults with obstructive sleep apnea: a pilot study. [47] | Nicht randomisierte Pilotkohorte, 38 Erwachsene mit OSA [47] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Portable PSG mit beidseitigem Masseter-EMG [47] | RMMA-Index 2,9 → 2,1 unter CPAP, 3,7 → 2,1 Episoden/h unter MAA (p = 0,016); SB-Untergruppe 5,1 → 3,0 bzw. 5,6 → 2,7 [47] | Anstieg unter CPAP bei 7 von 13; Zeichen und Symptome des SB nicht erhoben [47] |
| Influence of MAD Application on Episodes of Obstructive Apnea and Bruxism during Sleep-A Prospective Study. [48] | Vorher-nachher-Studie mit PSG [48] | Acht Männer mit OSA und Schlafbruxismus [48] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Phasische Episoden 8,4 ± 11,9 → 2,0 ± 3,4 (p = 0,034); BEI 4,4 → 3,3 (p = 0,779) [48] | Sehr kleine Stichprobe [48] |
| Oral Health Implications of Obstructive Sleep Apnea: A Literature Review. [11] | Narrative Übersicht zu OSA und Mundgesundheit [11] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Nach Schnarchen, Tagesschläfrigkeit, morgendlichen Kopfschmerzen und Mundtrockenheit fragen; MAD senken AHI, TMD-Ergebnisse uneinheitlich [11] | Orale Apparaturen können Zahnstellung, Biss und Kiefergelenk verändern [11] |
| Is sleep bruxism in obstructive sleep apnea only an oral health related problem? [45] | Prospektive Beobachtungsstudie bei OSA [45] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Autoren empfehlen bei klinischem Schlafbruxismus ein Screening mit Epworth-Skala und STOP-Bang [45] | Hinweis auf OSA-Verschlechterung durch intermaxilläre Schienen stammt aus Fremdliteratur [45] |
| The South Texas Oral Health Network Study of Practitioners' Approaches to Oral Appliance Therapy Titration for Obstructive Sleep Apnea and Their Impact on Patient Outcomes (PAOSA): Protocol for a Prospective Observational Study. [22] | Protokoll einer nicht randomisierten Machbarkeitsstudie [22] | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | In dieser Auswertung nicht eingeordnet. | Referiert: langfristige Verringerung von Overjet und Overbite unter Unterkieferprotrusionsschienen [22] | Sekundärbericht fremder Evidenz [22] |
Methodik und Prüfstand
Claude hat diesen Artikel am 19. September 2026 auf Grundlage vorhandener, technisch geprüfter Quellenbefunde geschrieben. Die Schreibgrundlage umfasst 266 relevante Quellen mit 4.273 belegten Aussagen; 74 Quellen werden in dieser Fassung zitiert. Sechs weitere ausgewählte Quellen sind noch nicht abschließend ausgewertet. Diese Fassung ist nicht fachlich abgenommen.
Veröffentlicht am 20. September 2026. Der Artikel verwendet die bereits ausgewerteten Quellen des laufenden Rechercheprojekts. Die Recherche ist noch nicht abgeschlossen; diese Veröffentlichung ist keine vollständige systematische Übersicht.
Der Text wurde aus bereits ausgewerteten und belegten Aussagen erstellt; die Zitatzuordnung wurde technisch geprüft. Die unabhängige fachliche Prüfung dieser Artikelfassung steht noch aus.
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