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Seelischer Stress und Bruxismus bei Erwachsenen: Wie belastbar ist der Zusammenhang?

Stress und Bruxismus bei Erwachsenen: Was Studien zu Wach- und Schlafbruxismus zeigen, wie sicher die Aussagen sind und was daraus für die zahnärztliche Praxis folgt.

In diesem Artikel

Praxis-Kurzfassung

Wissenschaftliche Vertiefung

Wach oder schlafend – was ist gemeint?

Wachbruxismus meint hier Pressen, Knirschen oder Kieferanspannen im Wachzustand. In englischsprachigen Studien steht dafür oft AB (awake bruxism). Schlafbruxismus, kurz SB (sleep bruxism), betrifft den Schlaf. Ob das Verhalten nur berichtet oder mit Geräten erfasst wurde, macht für die Aussage einer Studie einen Unterschied. [29] [31] [22] [16]

Ein Zusammenhang, dessen Bedeutung von der Messung abhängt

Menschen mit höherer psychischer Belastung berichten in mehreren Studien häufiger, dass sie die Zähne pressen, knirschen oder den Kiefer anspannen. Wie deutlich dieser Zusammenhang ist, hängt allerdings stark davon ab, wer untersucht wurde und wie Stress und Bruxismus erfasst wurden. [1] [5] [45] Bei 308 Studierenden war der Zusammenhang jeweils schwach: Höhere Stresswerte gingen nur in geringem Maß mit häufiger berichtetem Bruxismus einher. Die Korrelationswerte lagen bei 0,203 für Wachbruxismus und 0,124 für Schlafbruxismus. Solche Werte beschreiben die Stärke eines Zusammenhangs; sie sind weder Prozentangaben noch p-Werte. [5] Für Wachbruxismus ergänzt eine Untersuchung mit 70 Erwachsenen diese Fragebogenbefunde durch gleichzeitig erhobene Alltagsangaben und elektrische Muskelmessungen, die ebenfalls mit wahrgenommenem Stress zusammenhingen. [31] Beim Schlafbruxismus stehen positiven Selbstberichten kleine Untersuchungen gegenüber, in denen weder nächtlich aufgezeichnete Muskelaktivität noch diagnostischer Folienabrieb einen statistisch gesicherten Stresszusammenhang zeigten. [22] [16] [11]

Auch die Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren führt zu unterschiedlichen Ergebnissen: In einer Schmerzklinik blieb wahrgenommener Stress mit Wachbruxismus verbunden, während eine Studierendenstudie für keinen Bruxismussubtyp einen entsprechenden Zusammenhang bestätigte. [38] [45] Für die Praxis sind deshalb drei Fragen zu trennen: Treten Stress und Bruxismus gemeinsam auf? Wurde das Pressen oder Knirschen nur berichtet oder tatsächlich gemessen? Und wurde überhaupt untersucht, ob eine Behandlung hilft? [14] [21] [12] Die Befunde sprechen dafür, Belastung, Kieferverhalten und Beschwerden gemeinsam zu betrachten. Sie belegen aber nicht, dass eine Stressbehandlung allgemein zu weniger Pressen oder Knirschen führt. [27] [20] [35]

Was die Untersuchungen unter Stress und Bruxismus verstehen

Wachbruxismus wird in den hier ausgewerteten Verhaltensstudien über tagsüber berichtetes Pressen, Knirschen, Zahnkontakt und Anspannen beziehungsweise Stabilisieren des Unterkiefers erfasst. [29] [31] Andere Studien beschränken die Wachbruxismusfragen auf Pressen und Knirschen und lassen beispielsweise anhaltende Kieferanspannung ohne Zahnkontakt unberücksichtigt. [45] Bereits solche Unterschiede können dazu führen, dass vermeintlich gleiche Bruxismusgruppen tatsächlich unterschiedliche Verhaltensmuster umfassen. [29] [45]

Schlafbruxismus kann über die eigene Kenntnis oder fremde Beobachtung nächtlichen Pressens und Knirschens erfragt werden; diese Angaben messen jedoch nicht unmittelbar die Muskelaktivität während des Schlafs. [22] [13] Eine Polysomnographie zeichnet dagegen den Schlaf und begleitende körperliche Signale auf und wurde in einem Methodenvergleich zur Bestimmung nächtlicher Bruxismusepisoden eingesetzt. [16] [46] Diagnostische Folien zeigen, wo und wie stark die Zähne das Material abgerieben haben. Aus Fläche und Tiefe des Abriebs lässt sich ein Messwert bilden. Er beschreibt den Folienverschleiß und misst damit etwas anderes als die Anzahl nächtlicher Muskelereignisse. [11] [16] In der älteren Klassifikation dieser Studien bezeichnet möglicher Bruxismus überwiegend einen Selbstbericht, wahrscheinlicher Bruxismus eine zusätzliche klinische Beurteilung und definitiver Schlafbruxismus eine instrumentelle Bestätigung. [9] [14]

Auch klinische und fragebogenbasierte Zuordnungen können Beschwerden enthalten: In manchen Instrumenten tragen morgendlicher Kopfschmerz, Muskelermüdung oder Schmerz zur Bruxismuseinstufung bei. [7] [20] [33] Ein höherer Fragebogenwert kann deshalb auch stärkere Beschwerden bedeuten. Er zeigt dann nicht automatisch, dass die Kaumuskeln aktiver waren. [20] [33] Die Oral Behavior Checklist fragt nach verschiedenen Verhaltensweisen im Mund- und Kieferbereich. Dazu gehören auch normale Kieferaktivitäten und Schlafpositionen. Ihre Gesamt- und Teilwerte geben deshalb nicht ausschließlich Bruxismus wieder. [27]

Die Perceived Stress Scale, kurz PSS, fragt danach, wie belastend Menschen ihren Alltag erleben. Der Gesundheitsfragebogen PHQ-4 erfasst dagegen mit vier Fragen Angst- und Depressionssymptome. Diese psychische Belastung wird als Distress bezeichnet; sie ist nicht dasselbe wie der wahrgenommene Alltagsstress. [3] [22] Auch die weiteren untersuchten Merkmale meinen Unterschiedliches: Bei der Typ-D-Persönlichkeit stehen häufige negative Gefühle und eine starke Zurückhaltung im Umgang mit anderen im Vordergrund. Neurotizismus beschreibt hier eine längerfristige Neigung, auf Belastungen empfindlich zu reagieren. Eine posttraumatische Belastungsstörung ist dagegen ein eigenes Krankheitsbild nach traumatischen Erfahrungen. [4] [18] [24] Diese Merkmale werden hier miteinander verglichen. Sie messen jedoch unterschiedliche Formen von Belastung und können nicht einfach als mehr oder weniger vom gleichen Stress verstanden werden. [4] [18] [22] [24]

Wie Zusammenhangsstärke und Unsicherheit zu lesen sind

Eine positive Korrelation bedeutet: Wer höhere Belastungswerte angibt, berichtet tendenziell auch häufiger das untersuchte Kieferverhalten. „Positiv“ bedeutet hier also nicht günstig oder gesund. Die Werte 0,203 und 0,124 bei Flueraşu beschreiben schwache Zusammenhänge, auch wenn sie statistisch signifikant sind. Die Stärke eines Zusammenhangs und seine statistische Absicherung sind zwei verschiedene Fragen. [5] Aus dem etwas höheren Wert für Wachbruxismus allein folgt nicht, dass Stress damit nachweislich stärker zusammenhängt als mit Schlafbruxismus. Beide Gruppen überschnitten sich um 31 Personen. Ein statistischer Test, der die beiden Zusammenhänge direkt miteinander vergleicht, ist in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht angegeben. [5] Genauso wenig reicht es, wenn eine Studie nur bei Frauen einen statistisch abgesicherten Zusammenhang findet. Daraus folgt noch nicht, dass der Zusammenhang bei Männern fehlt oder sich die Geschlechter nachweislich unterscheiden. [3]

„Adjustiert“ heißt: Die statistische Auswertung berücksichtigt zusätzlich bestimmte andere Merkmale, zum Beispiel Alter, Geschlecht, Schmerz oder psychische Symptome. So lässt sich prüfen, ob der Stresszusammenhang auch unter Berücksichtigung dieser Merkmale erkennbar bleibt. Welche Merkmale einbezogen wurden, ist für die Deutung entscheidend. [26] [38] [45] Andere Einflüsse können trotzdem bestehen bleiben. In der Studie aus einer spezialisierten Schmerzklinik wurden zum Beispiel Medikamente, Schlafmerkmale und weitere Erkrankungen ausdrücklich nicht berücksichtigt. [38] Bei 98 rumänischen Erwachsenen ergab die Auswertung unter Berücksichtigung weiterer Merkmale für hohen Alltagsstress eine Odds Ratio von 2,2. Eine Odds Ratio vergleicht die sogenannten Chancen zweier Gruppen: innerhalb jeder Gruppe das Verhältnis von Menschen mit zu Menschen ohne den untersuchten Befund. Der Wert 1 bedeutet keinen Unterschied. Der hier angegebene Unsicherheitsbereich, das 95%-Konfidenzintervall, reichte von 0,8–6,2. [26] Das Ergebnis ist damit ungenau: Die Daten passen sowohl zu keinem Zusammenhang als auch zu deutlich erhöhten Chancen für den Befund. Auch der p-Wert von 0,12 liefert keinen statistisch gesicherten Nachweis. Ein p-Wert beschreibt, wie ungewöhnlich solche oder deutlichere Daten unter einem Modell ohne Zusammenhang wären. Er sagt weder, wie stark ein Zusammenhang ist, noch, ob Stress bei einem einzelnen Menschen die Ursache ist. Ein nicht signifikantes Ergebnis beweist deshalb auch nicht, dass es keinen Zusammenhang gibt. [26] Die Odds Ratios in diesen Beobachtungsstudien vergleichen bereits vorhandene Befunde. Sie sagen nicht, wie viele zusätzliche Menschen von hundert künftig Bruxismus entwickeln. Eine Odds Ratio von 2 lässt sich deshalb nicht einfach als „doppelt so viele Betroffene“ lesen. [9] [29] [25]

Wachbruxismus: Wiederholte Hinweise und gewichtige Gegenbefunde

In rückblickenden Befragungen geht höherer Stress wiederholt mit häufiger berichtetem Wachbruxismus einher. Die Ergebnisse sind aber nicht einheitlich: Unter 387 Zahnmedizinstudierenden zeigte sich bei Frauen ein schwacher Zusammenhang, bei Männern kein statistisch gesicherter Zusammenhang. [3] Zwei finnische Studierendenbefragungen zeigten zusätzlich Unterschiede nach Jahr und Geschlecht; die kleinen Gruppen mit ausschließlich berichtetem Wachbruxismus begrenzten die Aussagekraft. [1] In diesen finnischen Studien passen einige Tabellenwerte, Textaussagen und Fußnoten zu den statistischen Tests nicht zusammen. Deshalb lässt sich aus den Auswertungen nicht verlässlich beziffern, wie stark psychische Belastung nach Berücksichtigung anderer Merkmale mit Bruxismus zusammenhängt. [1]

Eine Studie aus Malmö ging anders vor: 70 Erwachsene beantworteten drei Tage lang kurze Smartphone-Fragen dazu, was ihr Kiefer gerade tat. Diese wiederholte Abfrage im Alltag heißt ökologische Momentanerfassung. [31] Am ersten Tag sollte zusätzlich mindestens sieben Stunden lang die elektrische Aktivität des linken Masseters, eines Kaumuskels, aufgezeichnet werden. Zeiten mit Essen oder Sprechen wurden mithilfe von Tagebüchern und den aufgezeichneten Signalen aus der Analyse herausgenommen. [31] Höherer Stress ging hier sowohl mit häufiger berichtetem Kieferverhalten als auch mit mehr gemessener Muskelaktivität einher. Bei Menschen ohne Schmerzen im Kiefermuskel- oder Kiefergelenkbereich lag die Korrelation für die Alltagsangaben bei 0,35, bei Menschen mit solchen Schmerzen bei 0,43. Für die aufsummierte Muskelaktivität oberhalb einer festgelegten Schwelle betrugen die Werte 0,40 beziehungsweise 0,53. [31] Auch die Zeit, in der die Muskelaktivität über dieser Schwelle lag, wurde untersucht. Die Korrelation mit Stress betrug 0,55 in der Gruppe ohne Schmerz und 0,41 in der Gruppe mit Schmerz. Statistisch abgesichert war nur der erste Zusammenhang; das allein belegt noch keinen Unterschied zwischen den Gruppen. [31] Die Studie liefert damit einen Hinweis, der über Fragebogenangaben hinausgeht. Die Messung erfasste allerdings nur einen Muskel an einem Tag. Ausgewertet wurde die Aktivität oberhalb von 20 % der Muskelaktivität beim stärksten bewussten Anspannen. Die Aussage gilt zunächst für genau dieses Messverfahren. [31]

Eine spezialisierte thailändische Schmerzklinik untersuchte 222 Erwachsene mit Funktionsstörungen im Kiefermuskel- oder Kiefergelenkbereich. Höhere Stresswerte gingen mit häufiger klinisch festgestelltem Wachbruxismus einher: Die Odds Ratio betrug je zusätzlichem Punkt der Stressskala 1,15, das 95%-Konfidenzintervall 1,09–1,22. Das beschreibt die Veränderung der statistischen Chancen je Skalenpunkt, keine Zunahme um 15 Prozentpunkte bei den Betroffenen. [38] Das Modell berücksichtigte depressive und ängstliche Symptome, Alter, Geschlecht, Schmerzintensität und Beschwerdedauer, bestätigte aber keine entsprechend unabhängigen Zusammenhänge für die Angst- und Depressionswerte. [38] Eine Onlinebefragung von 480 erwachsenen Zahnmedizinstudierenden bestätigte das nicht. Bei Personen, die ausschließlich Wachbruxismus berichteten, ergab die Auswertung eine Stress-Odds-Ratio von 1,00 mit einem Intervall von 0,93–1,07. In dieser Auswertung war also kein statistisch gesicherter Stresszusammenhang erkennbar. [45] Die Auswertung bezog unter anderem Schlafqualität, Schlaflosigkeit und einen Beschwerdefragebogen ein. Dieser Fragebogen enthält selbst Fragen zu Stress und Kiefergewohnheiten außerhalb normaler Funktionen wie Essen und Sprechen. Das Ergebnis gilt deshalb für eine Auswertung, die diese teils überlappenden Angaben gemeinsam berücksichtigt. [45] Die beiden Studien zeigen: Ein überall gleich starker Stresszusammenhang ist nicht belegt. Ihre Odds Ratios lassen sich aber auch nicht direkt gegeneinander aufrechnen, weil unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Verfahren untersucht wurden. [38] [45]

Zeitliche Veränderungen sind noch kein Nachweis einer Stressursache

Emodi-Perlman und Kollegen untersuchten dieselben erwachsenen Zahnmedizinstudierenden im Januar 2024 und Januar 2025 während eines bewaffneten Konflikts; 136 von ursprünglich 150 Personen nahmen erneut teil. [29] An beiden Untersuchungsterminen berichteten Menschen mit höherem Stress im vorausgegangenen Monat häufiger Wachbruxismus. Das galt auch nach Berücksichtigung von Alter und Geschlecht. Die Odds Ratios betrugen 1,11 und 1,16 je Punkt der Stressskala. [29] Die zugehörigen 95%-Konfidenzintervalle betrugen 1,03–1,20 und 1,07–1,26. [29] Über zwölf Monate sank jedoch der mittlere Stresswert von 18,08 auf 15,95 Punkte, während der Anteil positiver Wachbruxismusangaben von 67,6 % auf 75,7 % stieg. [29]

Auch der durchschnittliche Fragebogenwert für Pressen stieg. Ob dieser Anstieg statistisch abgesichert war, ist jedoch unklar: Die Aussage im Text zur Korrektur für mehrere gleichzeitige Tests passt nicht zum dafür angegebenen Grenzwert in der Tabelle. [29] Der Vergleich an einem einzelnen Termin zeigt, ob stärker belastete Menschen häufiger Bruxismus berichten. Er zeigt nicht, ob eine bestimmte Person später weniger presst, wenn ihr Stress sinkt. Dafür müsste man die Veränderungen innerhalb derselben Person gezielt miteinander vergleichen. [29] Eine solche Auswertung ist in den gelesenen Volltextpassagen nicht angegeben. Ebenso fehlt dort eine Vergleichsmessung aus einer Zeit ohne die untersuchte Belastung. [29] Dass in der Gruppe der durchschnittliche Stress sank und berichteter Bruxismus zunahm, belegt keine einfache Regel wie „weniger Stress bedeutet weniger Bruxismus“. Ob Stress und Pressen bei einzelnen Teilnehmenden trotzdem zusammenhingen, bleibt damit offen. [29]

Auch „während der Pandemie“ bedeutet nicht automatisch „bei höherem gemessenem Stress“. Eine Zahnklinikstudie fand bei Frauen während der Pandemie häufiger berichteten Wach- und Schlafbruxismus. In den ausgewerteten Volltextpassagen ist aber kein Stresswert für die einzelnen Personen angegeben. [6] In einer portugiesischen Wiederholungsbefragung von 64 Studierenden waren die Veränderungen der ausdrücklich tagsüber erhobenen Verhaltensweisen statistisch nicht signifikant; eine eigene quantitative Stressmessung ist in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht ausgewiesen. [10] In einer späteren Onlinebefragung während des Krieges hing höherer Stress mit mehreren berichteten Kieferverhaltensweisen zusammen. Weil diese Befragung nur eine Momentaufnahme liefert, belegt sie keine Zunahme durch den Krieg. [41] Hinzu kommen methodische Grenzen: Voraussetzungen der statistischen Auswertung waren nicht erfüllt, Unsicherheitsintervalle nicht verfügbar. In den ausgewerteten Volltextpassagen ist außerdem kein Mindestalter angegeben. Die Zahlen lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres als Ergebnisse ausschließlich für Erwachsene verwenden. [41]

Schlafbruxismus: Selbstbericht und nächtliche Aktivität ergeben unterschiedliche Bilder

Bei 150 überwiegend jungen Erwachsenen ging stärkere psychische Belastung damit einher, dass sie häufiger nächtliches Pressen oder Knirschen angaben. Das Zusammenhangsmaß betrug 0,350; mit p < 0,001 war der Befund statistisch deutlich abgesichert. Die Zahl beschreibt einen Zusammenhang in dieser Gruppe, keine Häufigkeit von Betroffenen. [22] Dieser Zusammenhang ist in der Veröffentlichung schlüssig dokumentiert. Die weitergehende statistische Auswertung ist dagegen unklar: Einige Schätzwerte passen nicht zu den angegebenen Unsicherheitsbereichen. Damit bleibt auch offen, ob psychische Belastung den beobachteten Zusammenhang mit Tabakkonsum tatsächlich erklärt. [22] Bei 79 Patienten mit Schmerzen im Bereich der Kiefermuskeln oder Kiefergelenke ging eine bejahte Stressfrage mit möglichem Schlafbruxismus einher. Das Zusammenhangsmaß, die Odds Ratio, betrug 3,117. Der breite Unsicherheitsbereich von 1,169–8,308 zeigt, wie ungenau die Schätzung ist. Andere Einflussfaktoren wurden in dieser Auswertung noch nicht berücksichtigt. [25] Für diese Stressfrage fehlt in den ausgewerteten Volltextpassagen ein Zahlenwert nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren. Die dort angegebenen Ergebnisse zu Angst und Depression beantworten diese Stressfrage nicht. [25]

Auch innerhalb derselben Studie kann die Antwort von der Auswertung abhängen. Levartovsky fand bei Frauen einen schwachen Zusammenhang zwischen Stress und Schlafbruxismus: Das Zusammenhangsmaß betrug 0,29. Beim tabellierten Gruppenvergleich zeigte sich jedoch kein statistisch gesicherter Unterschied. [3] In einer thailändischen Schmerzklinik mit 222 Erwachsenen war der Zusammenhang nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren statistisch nicht gesichert. Die Odds Ratio für Stress und Schlafbruxismus lag bei 1,03, der Unsicherheitsbereich bei 0,98–1,08. [38] Auch bei 480 Studierenden ergab das verwendete statistische Modell keinen gesicherten Stresszusammenhang: weder bei ausschließlich berichtetem Schlafbruxismus noch bei gleichzeitig berichtetem Wach- und Schlafbruxismus. [45]

Die Walentek-Berichte zeigen besonders anschaulich, wie unterschiedlich die Messverfahren ausfallen können. Bei denselben 45 Erwachsenen wurden vier Zugänge verglichen: eigene Angaben, klinische Untersuchung, eine nächtliche Schlafmessung mit mehreren Aufzeichnungen (Polysomnographie) und eine diagnostische Folie. [14] [16] Die Veröffentlichungen nennen denselben Erhebungszeitraum und dieselbe Gruppenzusammensetzung. Deshalb zählen sie hier vorsichtshalber als zusammengehörige Berichte über dieselbe Untersuchung. Sie werden nicht wie zwei unabhängige Bestätigungen gewertet. [14] [16] Nach den eigenen Angaben hatten 21 Personen Schlafbruxismus, nach der Schlafmessung über zwei Nächte waren es zehn. Nur bei 23 Personen kamen alle vier Verfahren zur gleichen Einteilung. [16] [14] Ob die jeweilige Untersuchung Schlafbruxismus feststellte oder nicht: Die Gruppen unterschieden sich weder in ihrer allgemeinen psychischen Belastung noch bei der einzelnen Stressfrage statistisch gesichert. [14] [16] Die Zusammenhangsmaße zwischen Stress und den beiden Messwerten waren sehr klein: 0,08 für den Schlafbruxismusindex und 0,03 für den aus Bildpunkten berechneten Folienwert. Nach statistischer Berücksichtigung der vielen gleichzeitig geprüften Zusammenhänge war keiner dieser beiden Befunde gesichert. [16]

Diese kleine Gruppe bestand überwiegend aus Studierenden. Deutlich psychisch belastete Menschen waren ausgeschlossen. Daher beantworten die Ergebnisse nur eingeschränkt, wie Stress und Schlafbruxismus bei stark belasteten Patienten zusammenhängen. [16] Bei weiteren 28 Erwachsenen wurde der Folienabrieb nach als stressreich empfundenen Tagen mit dem Abrieb in einer Folge aufeinanderfolgender Nächte verglichen. Insgesamt zeigte sich kein statistisch gesicherter Unterschied zwischen diesen Untersuchungsphasen (p = 0,637). [11] Einzelne Zusammenhänge mit Bewältigungsstrategien und chronischem Schmerz dienten ausdrücklich dazu, neue Vermutungen zu entwickeln. Die vielen Vergleiche wurden statistisch nicht korrigiert. Diese Einzelbefunde sind daher noch keine bestätigten Ergebnisse. [11]

Schmerz, Angst und breite Symptomfragebögen beeinflussen die Einordnung

Ein Zusammenhang zeigt sich auch bei Menschen ohne Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich. Bei 194 solchen Erwachsenen ging stärkere psychische Belastung mit einem höheren Gesamtwert für berichtete Verhaltensweisen im Mund- und Kieferbereich einher. Das Zusammenhangsmaß betrug zunächst 0,394. [27] Wurden körperliche Symptome statistisch berücksichtigt, blieb ein schwächerer Zusammenhang von 0,202. Die Autoren bildeten zusätzlich vorläufige Gruppen von Bruxismusverhaltensweisen mit und ohne Zahnkontakt. Für diese lagen die Zusammenhangsmaße bei 0,147 und 0,190. [27] Bei diesen Berechnungen wurde jeweils nur der andere Fragebogenwert zu psychischen beziehungsweise körperlichen Symptomen berücksichtigt. Damit sind Unterschiede in klinischen Merkmalen oder in der Zusammensetzung der Teilnehmergruppen nicht umfassend herausgerechnet. [27] Eine mögliche andere Erklärung der Autoren lautet: Belastete Menschen könnten stärker auf ihr Kieferverhalten achten und deshalb häufiger davon berichten. Ob das die Befunde erklärt, ist bislang nicht nachgewiesen. [27]

In einer Studie mit 72 Patienten mit schmerzhafter Funktionsstörung von Kiefermuskeln oder Kiefergelenken zeigte sich ein Zusammenhang in der Untergruppe mit stärkeren Angstsymptomen. Wer mehr Stress angab, berichtete in den wiederholten Alltagsabfragen auch häufiger Pressen. Das Zusammenhangsmaß betrug 0,424; der Befund war statistisch gesichert (p = 0,005). [37] Die Gruppen mit unterschiedlich starker Angst unterschieden sich aber auch im Frauenanteil und in der Schmerzstärke. Ohne eine passende statistische Prüfung ist deshalb nicht belegt, dass Angst den Zusammenhang zwischen Stress und Pressen verstärkt. [37] Eine weitere Studierendenstudie fand einen deutlichen Unterschied der Angstwerte zwischen den Gruppen. Die auf eine gemeinsame Vergleichsskala umgerechnete Effektgröße betrug Hedges’ g = 0,94. Die Einstufung als Bruxismus berücksichtigte allerdings bereits Schmerz- und Gelenkbeschwerden. [33] In einer Studie zur sogenannten Typ-D-Persönlichkeit blieb ein Zusammenhang mit Pressen auch nach gemeinsamer Berücksichtigung mehrerer Merkmale bestehen; für Knirschen galt das nicht. Das Modell untersuchte jedoch die Zuordnung zu diesem Persönlichkeitstyp. Es prüfte nicht, wer später Bruxismus entwickelt. [4]

Bei 597 Erwachsenen mit diagnostizierter posttraumatischer Belastungsstörung wurden die Zusammenhänge zwischen mehreren Merkmalen gemeinsam untersucht. In diesem statistischen Netzwerk war Wachbruxismus direkt mit Angststörungen verbunden. Die Schwere der posttraumatischen Symptome war dagegen mit keiner der beiden Bruxismusformen direkt verbunden. [24] Diese Verbindung über Angst beschreibt, welche Merkmale im statistischen Modell miteinander zusammenhängen. Sie beweist nicht, dass Angst eine ursächliche Kette von der posttraumatischen Belastung zum Bruxismus vermittelt. [24]

Auch Studien, die Wach- und Schlafbruxismus gemeinsam auswerten, liefern unterschiedliche Ergebnisse. Bei 178 serbischen Studierenden gingen niedrigere Stresskategorien nach Berücksichtigung weiterer Merkmale mit niedrigeren Bruxismus-Odds einher, also einem geringeren Verhältnis von Betroffenen zu Nichtbetroffenen. Bei einer anderen Gruppe von 65 Frauen war der Stresszusammenhang von 0,235 dagegen statistisch nicht gesichert (p = 0,059). [9] [15] In einer spanischen Befragung von 400 Erwachsenen berichteten Menschen mit möglichem Bruxismus mehr Stresssymptome. Eine Ausbildungsstudie fand einen kleinen Stressunterschied zwischen den Gruppen; das Maß für dessen Größe betrug im verwendeten Rangtest 0,18. [23] [36] Mehrere Studierendenstudien erfassten jedoch viele unterschiedliche Beschwerden, und ihre Fragebögen überschnitten sich inhaltlich. Deshalb lässt sich aus den gefundenen Zusammenhängen nur begrenzt erkennen, was genau auf Bruxismus zurückgeht. [7] [8] [36] Eine Befragung aus Casablanca beschrieb lediglich, was die Teilnehmer wahrnahmen und wie häufig sie es angaben. Ob Stress und Bruxismus statistisch gesichert zusammenhingen, wurde dort nicht geprüft. [43]

Genetische und neurobiologische Hinweise beantworten andere Fragen

Eine genetische Untersuchung nutzte Daten aus zwei verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Mit dem Verfahren der Mendelian Randomization wurde geprüft, ob genetische Merkmale für Neurotizismus mit wahrscheinlichem Schlafbruxismus in der anderen Gruppe zusammenhingen. Der Schlafbruxismus wurde dabei aus Registerdiagnosen abgeleitet. [18] Untersucht wurde also eine genetisch erfasste Anfälligkeit für belastende Gefühle. Der Alltagsstress der Teilnehmer wurde nicht experimentell erhöht oder gesenkt. [18] Die Hauptauswertung fand einen Zusammenhang mit wahrscheinlichem Schlafbruxismus. Für den auf eine Vergleichsskala umgerechneten Neurotizismuswert betrug die Odds Ratio 1,38; der 95%-Unsicherheitsbereich reichte von 1,10–1,74. Für Stressempfindlichkeit betrug die Odds Ratio 1,59, mit einem Unsicherheitsbereich von 1,17–2,15. Diese Maße beschreiben die Zusammenhänge im genetischen Modell. [18] Die Zahlen sagen weder, was eine zusätzliche Ja-Antwort im Stressfragebogen einer Praxis bedeutet, noch wie stark eine Stressbehandlung wirkt. [18] Ob sich daraus ein ursächlicher Einfluss ableiten lässt, hängt von den Annahmen des genetischen Verfahrens und der Eignung der verwendeten Genvarianten ab. Hinzu kommen Grenzen der Übertragbarkeit: Die Diagnosecodes waren unspezifisch, die Daten stammten ausschließlich von Menschen europäischer Abstammung, und ergänzende Analysen waren sehr ungenau. [18]

Eine Übersicht zur Nervenfunktion fasst außerdem einen Tierversuch zusammen: Mäuse wurden wiederholt durch Fixierung unter Stress gesetzt. Danach waren Nervenzellen des Trigeminussystems leichter erregbar und der Masseter überaktiver. [39] Das macht einen biologischen Erklärungsweg plausibel. Es zeigt aber nicht unmittelbar, dass seelischer Stress bei erwachsenen Menschen Wach- oder Schlafbruxismus verursacht. [39] Eine experimentelle Stressstudie bei Studierenden untersuchte Beschwerden von Kiefermuskeln und Kiefergelenken sowie die Schwankungen der Zeitabstände zwischen Herzschlägen, die Herzratenvariabilität. Der Vergleich dieser körperlichen Stressreaktion zwischen den Gruppen war statistisch nicht gesichert. Die Frage nach Bruxismus wird damit nur indirekt berührt. [40]

Erzählend zusammenfassende, sogenannte narrative Übersichten beschreiben Schlafbruxismus als Geschehen mit mehreren Einflussfaktoren. Dazu gehören kurze Aktivierungsreaktionen im Schlaf, die Arousals, sowie psychische und weitere Begleitfaktoren. [42] Das Endocannabinoidmodell und das Modell nach dem Free-Energy-Prinzip sind vorgeschlagene Erklärungen für solche Zusammenhänge. Sie müssen noch überprüft werden und liefern keine neuen gesicherten Zahlen zur Stärke des Stress–Bruxismus-Zusammenhangs. [44] [46] Die darin vorgeschlagenen stressbezogenen Untertypen, als Endotypen bezeichnet, sind bislang Arbeitshypothesen. Auch nach Einschätzung der Autoren lassen sich daraus noch keine festen Behandlungsabläufe oder verlässlichen Vorhersagen für einzelne Patienten ableiten. [46]

Zahnverschleiß, Frakturen und Versorgungsschäden sind eigene Endpunkte

Bei Militärangehörigen mit posttraumatischer Belastungsstörung wurde der Zahnverschleiß mit einem Attritionsindex bewertet. Alle waren bereits wegen Bruxismus überwiesen worden. Der mittlere Indexwert betrug 4,0 bei stationär und 3,0 bei ambulant Behandelten; in der Kontrollgruppe lag er bei 1,3. [2] Damit wird Zahnverschleiß in bereits ausgewählten Gruppen beschrieben. Diese Gruppen unterschieden sich zugleich beim Rauchen und beim Vorsorgeverhalten. [2] Die Untersuchung sagt deshalb nicht, wie hoch das Risiko ist, durch Stress erstmals Bruxismus zu entwickeln. Ebenso wenig wurde damit direkt gemessen, wie die aktuelle seelische Belastung mit der Muskelaktivität zusammenhängt. [2]

In einer Studie mit 147 Erwachsenen aus verschiedenen Risikogruppen gab die Bruxismusgruppe die höchsten Bruxismuswerte an. Ihre Stresswerte unterschieden sich jedoch nicht statistisch gesichert von denen der Kontrollgruppe. [34] Auch beim mechanischen Zahnverschleiß war kein statistisch gesicherter Unterschied zur Kontrollgruppe feststellbar. Andere Erkrankungsgruppen zeigten wiederum andere Kombinationen von Belastung und Verschleiß. [34] Die Gruppen waren unterschiedlich ausgewählt und verschieden nach Alter und Geschlecht zusammengesetzt. Aus diesen Gruppenvergleichen lässt sich deshalb nicht sicher erklären, ob der Bruxismus eines einzelnen Patienten mit dessen Stress zusammenhängt. [34]

Eine deutsche Einzelpraxis verglich Zahnfrakturen mit Beschwerden vor und während der Pandemie. Die berichteten Anteile betrugen 4,08 % und 3,91 %; der Unterschied war statistisch nicht gesichert. [30] Diese Prozentangaben beziehen sich auf zusammengezählte jährliche Patientenzahlen. In den ausgewerteten Volltextpassagen sind weder individuelle Stressmessungen noch systematische Bruxismusdiagnosen dokumentiert. [30] Für diese Praxis ist damit eine pandemiebedingte Zunahme solcher Frakturen nicht belegt. Ob Stress mit Bruxismus zusammenhängt, lässt sich durch diesen Befund aber nicht widerlegen. [30] Bei Implantatpatienten beschreibt eine narrative Übersicht die Belege für die Wirksamkeit von Verhaltensmaßnahmen als sehr dürftig. Die dort genannten Prozentwerte zur „Spannungsreduktion“ durch Schienen meinen eine geringere mechanische Belastung. Sie sagen nichts über eine Abnahme von seelischem Stress aus. [32]

Was Behandlungsstudien über Stresssenkung und Bruxismus aussagen

In einer Studie wurden 30 junge Studierende per Zufall den Behandlungen zugeteilt. Nach acht Wochen waren sowohl die Werte für wahrgenommenen Stress als auch die Werte eines Bruxismusfragebogens gesunken, unter manueller Therapie ebenso wie unter Heimübungen. [20] Die mittleren Stresswerte gingen von 19,67 auf 15,27 beziehungsweise von 18,46 auf 15,53 Punkte zurück. Aus den berichteten Mittelwerten errechnen sich damit Abnahmen von 4,40 und 2,93 Punkten. [20] Am Ende unterschied sich der Stresswert zwischen den beiden Behandlungsgruppen nicht statistisch gesichert (p = 0,875). Auch die abschließenden Bruxismuswerte zeigten keine Überlegenheit einer der beiden Behandlungen. [20] Beide Gruppen erhielten aktive Behandlungspakete. Außerdem erfasste der Bruxismusfragebogen auch morgendliche Beschwerden, und seine Werte unterschieden sich bereits vor der Behandlung zwischen den Gruppen. Dass Stress- und Bruxismuswerte parallel sanken, beweist daher nicht, dass die Stresssenkung die Bruxismusverbesserung bewirkte. [20]

Eine systematische Übersicht fasste vier kleine Biofeedbackstudien mit insgesamt 69 Erwachsenen zusammen. Dabei nahmen bestimmte, durch elektrische Muskelmessung erfasste Aktivitätsereignisse am Tag kurzfristig ab. [12] Für länger anhaltende, sogenannte tonische Muskelereignisse fiel der Vergleich zugunsten von Biofeedback mit akustischer Rückmeldung aus. Der auf eine gemeinsame Skala umgerechnete mittlere Unterschied betrug −1,31; der 95%-Unsicherheitsbereich reichte von −2,10 bis −0,51. Die Verlässlichkeit der Evidenz wurde als sehr niedrig eingestuft. Die Nachbeobachtung dauerte nur etwa ein bis zwei Wochen. [12] Die ausgewerteten Ergebnisse enthalten jedoch keinen mit psychologischen Messverfahren erfassten Stressverlauf. Damit ist nicht gezeigt, ob eine Stressänderung die beobachtete Abnahme der Muskelaktivität erklärt. [12]

Ein späterer, ebenfalls zufällig zugeteilter Vergleich untersuchte Biofeedback und Botulinumtoxin. Nach sechs Monaten berichtete die Biofeedbackgruppe weniger Wachbruxismus als zu Beginn. Beim Vergleich der Endwerte zwischen den beiden Gruppen zeigte sich aber kein statistisch gesicherter Unterschied. [35] Für Angst, depressive und körperliche Symptome sowie Schmerz ließ sich ebenfalls keine statistisch gesicherte Veränderung zeigen. [35] Die Verläufe können also auseinandergehen. Das spricht dafür, Kieferverhalten, Beschwerden und psychische Belastung getrennt zu beurteilen. Die Ergebnisse beweisen weder, dass Biofeedback durch Stresssenkung wirkt, noch, dass Stress und Bruxismus grundsätzlich nichts miteinander zu tun haben. [35]

Auch Cortisolmessungen beantworten die offene Frage bislang nicht. Eine Untersuchung mit Neurofeedback und Duftöl berichtete veränderte Cortisolwerte. Wie sich die klinisch erfasste Bruxismusaktivität im Verlauf entwickelte, ist in den ausgewerteten Volltextpassagen jedoch nicht dokumentiert. [19] Ein kleines Reitprojekt fand keine Verbesserung des Bruxismusbildes, obwohl andere Befunde als Stressreduktion interpretiert wurden. Hinzu kommt: Die Cortisolproben wurden zu unterschiedlichen Tageszeiten genommen. [28] Bei Militärangehörigen, die gleichzeitig psychiatrisch und zahnärztlich behandelt wurden, nahmen Schmerzen ab. Daraus lässt sich weder die Wirkung der Schiene allein ablesen noch nachweisen, dass weniger Stress die Bruxismusaktivität verändert hat. [17] Auch die narrative Übersicht zum Schlafbruxismus sieht bislang keine ausreichende Absicherung dafür, dass Stressmanagement, kognitive Verhaltenstherapie oder Entspannungsverfahren die Bruxismusaktivität verringern. [42]

Klinische Schlussfolgerungen und die verbleibende Forschungslücke

Für die Praxis lässt sich daraus ableiten: Zuerst festhalten, welches Verhalten beobachtet oder berichtet wird, ob es im Wachen oder im Schlaf auftritt und auf welchen Zeitraum sich die Angabe bezieht. Erst auf dieser Grundlage lässt sich eine mögliche Verbindung zur psychischen Belastung einordnen. [3] [29] [14] Bei wiederholten kurzen Alltagsabfragen, der ökologischen Momentanerfassung, sollten auch Erhebungsdauer und Antwortquote dokumentiert werden. Die Prozentwerte beziehen sich auf die tatsächlich beantworteten Abfragen. Sie messen nicht, welchen Anteil der gesamten Wachzeit jemand presst oder knirscht. [31] [37] Schmerzen, Funktion, Zustand der Zahnhartsubstanz und Schäden an Restaurationen oder Schienen sollten jeweils getrennt dokumentiert und im Verlauf kontrolliert werden. [2] [17] [35] Bei erkennbarer psychischer Belastung kann besprochen werden, welche Unterstützung benötigt wird. Dabei sollte nicht versprochen werden, dass psychotherapeutische Hilfe auch die Bruxismusaktivität verringert. [14]

Bei jeder Aussage über einen Stresszusammenhang zählt, was genau ausgewertet wurde: eigene Angaben zum Verhalten oder eine tatsächlich gemessene Muskelaktivität. [22] [21] [31] Ein Beispiel: Eine Diagnostikstudie kann zusätzlich die elektrische Muskelaktivität messen. Wenn sie für die Stressfrage trotzdem nur anhand des Fragebogens gebildete Gruppen vergleicht, bestätigt sie damit keinen Zusammenhang zwischen Stress und gemessener Muskelaktivität. [21]

Es gibt bereits Studien mit wiederholten Messungen über die Zeit und Studien mit Messgeräten. Noch nicht ausreichend geklärt ist aber: Führt eine Stressänderung bei derselben Person später zu anderer Bruxismusaktivität oder zu klinisch bedeutsamen Folgen? [29] [31] [13] Ein Protokoll für eine 14-tägige Fernstudie kombiniert wiederholte Stressangaben mit nächtlichen Muskelaufzeichnungen. Zum damaligen Berichtsstand lagen daraus jedoch noch keine ausgewerteten Zahlen zum Zusammenhang vor. [13] Für die Praxis stützen die vorhandenen Belege eine genaue Befunderhebung und getrennte Verlaufskontrollen von Verhalten, Beschwerden und psychischer Belastung. Ob eine gezielte Stressbehandlung das Pressen oder Knirschen wirksam verringert, bleibt offen. [27] [35] [18] [42]

Was bedeutet das für die Praxis?

Öffnen Sie die passende Frage: Vorgehen, Voraussetzungen und Grenzen stehen zusammen mit ihrer Begründung.

Wie belastbar ist der Zusammenhang zwischen Stress und Wachbruxismus?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Aus den Studien für die Praxis abgeleitet: Fragen Sie nach psychischer Belastung und danach, wann und wie die Person tagsüber presst, knirscht oder den Kiefer anspannt. Dokumentieren Sie beide Angaben getrennt. [29] [27]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Halten Sie fest, welches Verhalten in welchem Zeitraum gemeint ist. Die Studien erfassen Pressen, Knirschen und Kieferanspannen nicht einheitlich. [29] [45]
Was lässt sich daraus schließen?
Menschen mit höherem Stress berichten in mehreren Studien häufiger Pressen, Knirschen oder Kieferanspannen am Tag. Eine kleine Studie fand auch einen Zusammenhang mit gemessener Muskelaktivität. [5] [29] [31] Wenn die Studien weitere Merkmale wie Schlaf oder Beschwerden berücksichtigen, bleibt dieser Zusammenhang nicht immer bestehen. [38] [45]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
Bei einem einzelnen Patienten lässt sich aus diesen Studien nicht sicher sagen: „Der Stress ist die Ursache für Ihr Pressen oder Knirschen.“ Ob eine Stressbehandlung das Pressen oder Knirschen verringert, ist damit ebenfalls nicht belegt. [31] [38]
Wie sicher ist die Aussage? Geringe Sicherheit
Studienbefunde: Die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Befragungen und eine Muskelmessung liefern Hinweise auf einen Zusammenhang. Meist wurden jedoch ausgewählte Gruppen untersucht; auch die Fragen zum Kieferverhalten und die Auswertungen unterscheiden sich. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nur begrenzt auf alle Patienten übertragen. [31] [38] [45]
Was wurde untersucht?
Untersucht wurden vor allem Studierende und Patienten mit Kieferbeschwerden, meist durch Fragen zu tagsüber wahrgenommenem Pressen, Knirschen oder Kieferanspannen. [5] [29] [38] Eine Studie ergänzte wiederholte Smartphone-Abfragen durch eine elektrische Masseteraufzeichnung an einem Tag. [31]
Welche Ergebnisse sprechen dagegen?
Bei 480 Studierenden blieb nach Berücksichtigung unter anderem von Schlaf und Beschwerden für keinen Bruxismussubtyp ein statistisch gesicherter Stresszusammenhang bestehen. [45] Auch nach Geschlecht und Erhebungsjahr getrennte frühere Befragungen ergaben kein einheitliches Muster. [1] [3]

Zur Vertiefung: Ein Zusammenhang, dessen Bedeutung von der Messung abhängt · Zur Vertiefung: Wachbruxismus: Wiederholte Hinweise und gewichtige Gegenbefunde · Zur Vertiefung: Zeitliche Veränderungen sind noch kein Nachweis einer Stressursache · Zur Vertiefung: Schmerz, Angst und breite Symptomfragebögen beeinflussen die Einordnung · Zur Vertiefung: Klinische Schlussfolgerungen und die verbleibende Forschungslücke

Wie belastbar ist der Zusammenhang zwischen Stress und Schlafbruxismus?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Aus den Studien für die Praxis abgeleitet: Halten Sie fest, worauf der Verdacht oder Befund beruht – auf der Aussage des Patienten oder einer anderen Person, auf klinischen Zeichen oder auf einer Geräteaufzeichnung. [14]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Prüfen Sie, was mit Stress gemeint war und wer teilnehmen durfte. Ergebnisse einer Studie, die stark belastete Menschen ausschließt, lassen sich nur begrenzt auf genau diese Patienten übertragen. [14] [16]
Was lässt sich daraus schließen?
Stärker belastete Menschen berichten teilweise häufiger nächtliches Pressen oder Knirschen. Kleine Studien mit Schlafaufzeichnungen oder diagnostischen Folien bestätigen diesen Zusammenhang jedoch nicht verlässlich. [22] [16] [11] Auch nach Berücksichtigung anderer Merkmale zeigen die Studien kein einheitliches Bild. Für stärker belastete Patienten bleibt die Frage offen. [38] [45] [16]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
Aus einem fehlenden statistischen Nachweis folgt nicht, dass Stress und Schlafbruxismus grundsätzlich nichts miteinander zu tun haben. Eine Fragebogenangabe ist außerdem etwas anderes als eine Messung der nächtlichen Muskelaktivität. [16] [22]
Wie sicher ist die Aussage? Geringe Sicherheit
Studienbefunde: Die Ergebnisse widersprechen sich. Direkte Vergleiche der Messverfahren untersuchten nur kleine Gruppen und schlossen deutlich psychisch belastete Menschen teilweise aus. Die Befragungen liefern zwar Hinweise auf einen Zusammenhang, messen aber nicht die nächtliche Muskelaktivität. [16] [22]
Was wurde untersucht?
Die Studien vergleichen psychische Belastung mit selbstberichteten nächtlichen Verhaltensweisen, klinischer Zuordnung, Schlafaufzeichnungen oder diagnostischem Folienabrieb. [22] [14] [11]
Welche Ergebnisse sprechen dagegen?
Bei 45 Erwachsenen lagen die Stresskorrelationen mit nächtlichem Bruxismusindex und Folien-Pixelscore nahe null und waren nach Berücksichtigung der Mehrfachtests nicht signifikant. [16] In einer Schmerzklinik zeigte auch die klinische Schlafbruxismuszuordnung nach Berücksichtigung weiterer Merkmale keinen statistisch gesicherten Stresszusammenhang. [38]

Zur Vertiefung: Ein Zusammenhang, dessen Bedeutung von der Messung abhängt · Zur Vertiefung: Zeitliche Veränderungen sind noch kein Nachweis einer Stressursache · Zur Vertiefung: Schlafbruxismus: Selbstbericht und nächtliche Aktivität ergeben unterschiedliche Bilder · Zur Vertiefung: Schmerz, Angst und breite Symptomfragebögen beeinflussen die Einordnung · Zur Vertiefung: Klinische Schlussfolgerungen und die verbleibende Forschungslücke

Belegen die Studien, dass seelischer Stress Bruxismus verursacht?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Aus den Studien für die Praxis abgeleitet: Sprechen Sie von Stress als möglichem Begleit- oder Einflussfaktor. Erklären Sie dem Patienten, dass damit die Ursache seines Pressens oder Knirschens noch nicht feststeht. [5] [18] [29]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Trennen Sie aktuelle Belastung, Persönlichkeitsmerkmale und posttraumatische Symptome auch im Gespräch über mögliche Ursachen. [18] [24] [29]
Was lässt sich daraus schließen?
Die Studien belegen nicht allgemein, dass aktueller Alltagsstress Bruxismus verursacht. [1] [29] [45] Eine genetische Studie gibt Hinweise darauf, dass eine angeborene Neigung, empfindlicher auf Stress zu reagieren, eine Rolle spielen könnte. Diese Deutung setzt voraus, dass die gewählten Genvarianten die untersuchte Stressanfälligkeit passend abbilden und das Ergebnis nicht über andere Wege beeinflussen. [18]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
In einer Verlaufsstudie nahm der durchschnittliche Stress ab, während mehr Menschen Wachbruxismus berichteten. Das beantwortet nicht, ob Stress und Pressen bei einzelnen Personen zusammenhingen. Auch die genetische Studie zeigt nicht, ob eine konkrete Stressbehandlung hilft. [29] [18] Tierversuche und theoretische Erklärungsmodelle liefern mögliche Ansatzpunkte. Sie reichen aber nicht aus, um bei einem einzelnen Patienten die Ursache festzustellen oder daraus eine Behandlung abzuleiten. [39] [46]
Wie sicher ist die Aussage? Geringe Sicherheit
Studienbefunde: Die Ergebnisse sind uneinheitlich. In den ausgewerteten Passagen der Verlaufsstudie wurde nicht gezeigt, ob eine Stressänderung bei einer Person ihr späteres Kieferverhalten vorhersagt. In der genetischen Studie wurde Schlafbruxismus anhand von Register-Diagnosecodes erfasst, die den untersuchten Befund nicht eindeutig abgrenzen. [29] [18]
Was wurde untersucht?
Eine zwölfmonatige Beobachtung erfasste Stress und Wachbruxismus wiederholt; eine genetische Studie untersuchte Persönlichkeitsmerkmale und registerbasierten Schlafbruxismus indirekt. [29] [18]
Welche Ergebnisse sprechen dagegen?
Über zwölf Monate sank der mittlere Stresswert, während der Anteil positiver Wachbruxismusangaben stieg. [29]

Zur Vertiefung: Ein Zusammenhang, dessen Bedeutung von der Messung abhängt · Zur Vertiefung: Zeitliche Veränderungen sind noch kein Nachweis einer Stressursache · Zur Vertiefung: Schmerz, Angst und breite Symptomfragebögen beeinflussen die Einordnung · Zur Vertiefung: Genetische und neurobiologische Hinweise beantworten andere Fragen · Zur Vertiefung: Klinische Schlussfolgerungen und die verbleibende Forschungslücke

Was erlaubt ein Stressbefund über die Bruxismusdiagnose auszusagen?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Aus den Studien für die Praxis abgeleitet: Halten Sie getrennt fest, was der Patient über Pressen und Knirschen berichtet, welche Beschwerden bestehen und was tatsächlich gemessen wurde. Erst dann lässt sich der mögliche Zusammenhang mit Stress einordnen. [14] [20] [35]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Bei Smartphone-Abfragen muss bekannt sein, wie oft und über welchen Zeitraum geantwortet wurde. Der Anteil der Antworten „Ich presse gerade“ sagt nicht direkt, wie viele Stunden am Tag jemand presst. [31] [37]
Was lässt sich daraus schließen?
Ein hoher Stresswert ist kein Nachweis für häufiges oder starkes Pressen und Knirschen. Fragebogen, Untersuchung und Geräteaufzeichnung kamen bei denselben Menschen teilweise zu unterschiedlichen Bruxismusbefunden. [14] [16] Auch wenn eine Studie Muskelaktivität misst, kann ihre Aussage zu Stress nur aus einem Fragebogen stammen. Entscheidend ist, welche Daten für den jeweiligen Zusammenhang tatsächlich ausgewertet wurden. [21]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
Ein Stressfragebogen, Schmerzen und eine Muskelmessung sagen Unterschiedliches aus. Die Studien liefern auch keinen allgemein gültigen Stress-Grenzwert, ab dem Bruxismus als nachgewiesen gelten könnte. [14] [20] [21]
Wie sicher ist die Aussage? Mittlere Sicherheit
Studienbefunde: Die Befunde stützen diese Aussage: Verschiedene Verfahren kamen bei denselben Personen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wie häufig solche Abweichungen allgemein vorkommen, bleibt wegen der kleinen, ausgewählten Gruppe unsicher. [14]
Was wurde untersucht?
Methodenvergleiche prüften innerhalb derselben Erwachsenen, ob Selbstbericht, klinische Untersuchung, Schlafaufzeichnung und diagnostische Folie dieselben Personen als bruxismuspositiv einordnen. [14]
Welche Ergebnisse sprechen dagegen?
Alltagsberichte können dennoch mit gemessener Muskelaktivität zusammenhängen, wie die Korrelation mit der Masseter-Überlastungsdauer in einer Wachbruxismusstudie zeigt. [31]

Zur Vertiefung: Was die Untersuchungen unter Stress und Bruxismus verstehen · Zur Vertiefung: Wachbruxismus: Wiederholte Hinweise und gewichtige Gegenbefunde · Zur Vertiefung: Schlafbruxismus: Selbstbericht und nächtliche Aktivität ergeben unterschiedliche Bilder · Zur Vertiefung: Klinische Schlussfolgerungen und die verbleibende Forschungslücke

Belegen Zahnverschleiß oder Zahnrisse einen stressbedingten Bruxismus?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Aus den Studien für die Praxis abgeleitet: Dokumentieren Sie den Zahnschaden zunächst als eigenen Befund. Wenn Sie einen Zusammenhang mit Stress vermuten, halten Sie ihn getrennt als Vermutung fest. [2] [30]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Berücksichtigen Sie Gruppenauswahl und begleitende Unterschiede wie Alter, Rauchen und Versorgungskontext. [2] [34] [30]
Was lässt sich daraus schließen?
Die untersuchten Zahnverschleiß- und Frakturbefunde belegen nicht die Kette: Stress führt zu Bruxismus und dieser verursacht den Zahnschaden. [2] [30]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
Die Gruppenvergleiche erklären nicht, wodurch ein bestimmter Zahn geschädigt wurde. Sie schließen einen möglichen Beitrag von Stress beim einzelnen Menschen aber auch nicht aus. [34] [30]
Wie sicher ist die Aussage? Sehr geringe Sicherheit
Studienbefunde: Die Ergebnisse sind uneinheitlich. Für die Verschleißuntersuchung waren die Gruppen bereits wegen Bruxismus ausgewählt worden. Beim Vergleich der Zahnfrakturen sind in den ausgewerteten Passagen weder Stresswerte der einzelnen Personen noch eine systematische Bruxismusdiagnostik angegeben. [2] [30]
Was wurde untersucht?
Die Untersuchungen vergleichen Attrition in ausgewählten klinischen Gruppen und symptomatische Zahnfrakturen über verschiedene Pandemiezeiträume. [2] [30]
Welche Ergebnisse sprechen dagegen?
Stärkerer Verschleiß bei posttraumatisch belasteten Militärangehörigen steht neben fehlenden signifikanten Verschleißunterschieden in einer anderen Bruxismusgruppe und fehlendem Frakturanstieg in einer Einzelpraxis. [2] [34] [30]

Zur Vertiefung: Zahnverschleiß, Frakturen und Versorgungsschäden sind eigene Endpunkte

Ist ein Schutz von Restaurationen oder Implantaten durch Stressbehandlung belegt?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Der Nutzen bleibt offen: Die ausgewerteten Belege reichen nicht aus, um eine Stressbehandlung gezielt zum Schutz von Restaurationen oder Implantaten zu empfehlen. [32]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Eine mögliche Ergänzung der Versorgung ist noch kein nachgewiesener Schutz von Zahnersatz oder Implantaten. [32]
Was lässt sich daraus schließen?
Dass eine Stressbehandlung Restaurationen oder Implantate schützt, ist damit nicht nachgewiesen. Die Übersicht beschreibt die Belege für Verhaltensmaßnahmen bei Implantatpatienten als sehr begrenzt. [32]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
Wenn eine Schiene in einer Untersuchung mechanische Spannungen verringert, bedeutet das keine Senkung seelischen Stresses. Solche Messwerte allein zeigen auch noch keinen Nutzen für die Behandlung von Patienten. [32]
Wie sicher ist die Aussage? Nicht beurteilbar
Studienbefunde: Mit dem hier ausgewerteten Material nicht beurteilbar: Die gelesenen Passagen nennen für diese Entscheidung weder eine klar zugeordnete Gruppe mit erfasstem Stress noch eine Zahl zum Zusammenhang zwischen Stress und Bruxismus. [32]
Was wurde untersucht?
Die einschlägige narrative Übersicht behandelt implantatgetragene Rehabilitationen und nennt Verhaltensinterventionen als mögliche Ergänzung. [32]

Zur Vertiefung: Zahnverschleiß, Frakturen und Versorgungsschäden sind eigene Endpunkte

Ist belegt, dass Stressreduktion die Bruxismusaktivität vermindert?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Der Nutzen bleibt offen: Sagen Sie auf Grundlage dieser Studien nicht zu, dass eine Stressbehandlung das Pressen oder Knirschen verringert. Genau diese Wirkung ist noch nicht verlässlich belegt. [18] [20] [42]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Ein veränderter Stresswert oder ein besserer Fragebogenwert mit weniger Beschwerden zeigt allein noch nicht, dass die Person weniger presst oder knirscht. [19] [20]
Was lässt sich daraus schließen?
Die Studien belegen nicht verlässlich, dass Menschen wegen einer Stresssenkung weniger pressen oder knirschen. [20] [12] [35] Unter Biofeedback oder Kombinationen körperlicher Behandlungen besserten sich einzelne Messwerte. Ob weniger Stress diese Verbesserungen bewirkte, bleibt offen. [12] [20]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
Das heißt nicht, dass psychologische Unterstützung oder eine bestimmte Behandlung nutzlos ist. Offen bleibt hier die engere Frage: Verringert sie gerade durch eine Stresssenkung das Pressen oder Knirschen? [14] [12] [35]
Wie sicher ist die Aussage? Sehr geringe Sicherheit
Studienbefunde: Die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Sie sind klein, kombinieren verschiedene Behandlungen und beobachten die Teilnehmenden meist nur kurz. Teilweise wurde außerdem nicht verfolgt, wie sich Stress und tatsächliche Muskelaktivität jeweils veränderten. Deshalb bleibt unklar, welche Behandlung wodurch wirkte. [12] [20] [19]
Was wurde untersucht?
Die Behandlungsstudien verglichen körperliche Therapie, Übungen, Biofeedback oder weitere Maßnahmen; Stress und tatsächliche Muskelaktivität wurden nicht durchgehend gemeinsam untersucht. [20] [12] [19]
Welche Ergebnisse sprechen dagegen?
Im Reitpilot blieb das Bruxismusbild trotz als Stressreduktion interpretierter Befunde unverändert; beim späteren Biofeedbackvergleich änderten sich psychische Symptome nicht statistisch gesichert. [28] [35]

Zur Vertiefung: Ein Zusammenhang, dessen Bedeutung von der Messung abhängt · Zur Vertiefung: Genetische und neurobiologische Hinweise beantworten andere Fragen · Zur Vertiefung: Was Behandlungsstudien über Stresssenkung und Bruxismus aussagen · Zur Vertiefung: Klinische Schlussfolgerungen und die verbleibende Forschungslücke

Dürfen weniger Beschwerden mit weniger Bruxismus gleichgesetzt werden?
Was bedeutet das für die Praxis?
Grundlage: Aus den Studien für die Praxis abgeleitet: Halten Sie im Verlauf getrennt fest, wie sich Beschwerden, Kieferfunktion, berichtetes Pressen oder Knirschen und psychische Belastung verändern. [17] [35] Bei erkennbarer psychischer Belastung kann Unterstützungsbedarf besprochen werden, ohne eine Wirkung psychotherapeutischer Hilfe auf die Bruxismusaktivität zuzusagen. [14]
Für wen und unter welchen Bedingungen gilt das?
Vergleichen Sie im Verlauf jeweils dieselben Merkmale. Achten Sie bei Fragebögen darauf, ob ein besserer Wert auch durch weniger Schmerzen oder morgendliche Beschwerden entstehen kann. [20] [35]
Was lässt sich daraus schließen?
Weniger Schmerzen bedeuten nicht automatisch, dass jemand auch weniger presst oder knirscht. [17] [35] Umgekehrt kann in einer Behandlungsgruppe berichteter Wachbruxismus zurückgehen, ohne dass sich ihre Schmerzwerte oder psychischen Symptomwerte statistisch gesichert bessern. [35]
Was lässt sich daraus nicht schließen?
Auch wenn Stress, Schmerzen und Pressen gleichzeitig abnehmen, ist damit nicht gezeigt, dass weniger Stress die anderen Verbesserungen verursacht hat. Unterschiedliche Verläufe beantworten diese Ursachenfrage ebenfalls nicht. [20] [35]
Wie sicher ist die Aussage? Geringe Sicherheit
Studienbefunde: Die Befunde stützen diese Aussage: Schmerzen, psychische Beschwerden und Kieferverhalten können sich unterschiedlich entwickeln. Kleine Gruppen und unklare Angaben dazu, wie viele Personen tatsächlich ausgewertet wurden, begrenzen aber die Aussagekraft zu einzelnen Behandlungen. [35]
Was wurde untersucht?
Verlaufsstudien erfassten Schmerz, Mundöffnung, psychische Symptome und berichtetes Bruxismusverhalten mit unterschiedlichen Instrumenten. [17] [35]
Welche Ergebnisse sprechen dagegen?
Unter manueller Therapie und Heimübungen gingen Stress- und Bruxismusfragebogenwerte parallel zurück, ohne dass damit ihre ursächliche Verbindung belegt wäre. [20]

Zur Vertiefung: Schmerz, Angst und breite Symptomfragebögen beeinflussen die Einordnung · Zur Vertiefung: Was Behandlungsstudien über Stresssenkung und Bruxismus aussagen · Zur Vertiefung: Klinische Schlussfolgerungen und die verbleibende Forschungslücke

Wie ist die Sicherheit der Aussagen gemeint?

Die Sicherheit beschreibt, wie verlässlich die jeweilige Aussage ist. Die Studienbefunde zeigen, ob die ausgewerteten Ergebnisse sie stützen oder einander widersprechen. Auch eine gestützte Aussage kann noch unsicher sein. Dies ist eine begründete redaktionelle Einschätzung, keine formale GRADE-Bewertung (ein standardisiertes Verfahren zur Bewertung wissenschaftlicher Evidenz) und keine Einstufung der Stärke einer Behandlungsempfehlung.

Studien im Vergleich

Die folgende Tabelle enthält die Einzelheiten zu den Studien. Die wichtigsten Begriffe und Zahlen sind hier nochmals erklärt.

Begriffe und Studienzahlen nachschlagen
Zusammenhang oder Assoziation
Zwei Merkmale treten gemeinsam auf. Daraus allein folgt nicht, dass eines das andere verursacht.
Korrelation: r oder ρ (rho)
Diese Werte beschreiben die Richtung und Stärke eines Zusammenhangs. Sie sind keine Prozentzahlen und keine p-Werte. Ein positiver Wert heißt: Höhere Werte des einen Merkmals gehen tendenziell mit höheren Werten des anderen einher. Die im Text genannten Werte 0,203 und 0,124 stehen für schwache Zusammenhänge.
p-Wert und statistisch signifikant
Der p-Wert beschreibt, wie ungewöhnlich solche oder deutlichere Daten unter einem statistischen Modell ohne Zusammenhang oder Unterschied wären. „Signifikant“ heißt, dass der dafür festgelegte Grenzwert unterschritten wird. Das sagt weder, wie groß noch wie praktisch wichtig der Befund ist. „Nicht signifikant“ beweist nicht, dass kein Zusammenhang besteht.
Odds Ratio (OR) und Konfidenzintervall (KI)
Die OR vergleicht die Chancen für einen Befund zwischen Gruppen. Mit „Chance“ ist hier das Verhältnis von Menschen mit zu Menschen ohne diesen Befund innerhalb einer Gruppe gemeint. Bei OR = 1 gibt es keinen Unterschied. Das KI zeigt die statistische Unsicherheit der Schätzung. Eine OR ist keine direkte Angabe dazu, wie viele Menschen von hundert betroffen sind.
Adjustiert
In der Auswertung wurden weitere Merkmale wie Alter oder Schmerz berücksichtigt. Andere, nicht erfasste Einflüsse können bestehen bleiben.
Querschnitt und Verlauf
Eine Querschnittsstudie ist eine Momentaufnahme. Eine Verlaufsstudie beobachtet Veränderungen über die Zeit. Beides allein beweist noch keine Ursache.
Endpunkt, Score und Kohorte
Ein Endpunkt ist das untersuchte Ergebnis, zum Beispiel Schmerz oder gemessene Muskelaktivität. Ein Score ist ein zusammengefasster Punktwert. Eine Kohorte ist eine gemeinsam untersuchte Gruppe.
PSG, EMG und TMD
PSG steht für Polysomnographie, eine Schlafaufzeichnung mit mehreren Körpersignalen. EMG bezeichnet die elektrische Messung der Muskelaktivität. TMD meint Funktionsstörungen im Kiefermuskel- und Kiefergelenkbereich.
Explorativ
Ein Befund dient zunächst dazu, eine mögliche Spur für weitere Untersuchungen zu finden. Er ist noch keine gesicherte Bestätigung.
Einordnung der im Artikel zitierten Quellen; Angaben gelten jeweils für die genannte Studie.
StudieArt der StudieWer wurde untersucht?Was wurde erfasst?Ergebnisse und UnsicherheitGrenzen
Association of psychological distress and widespread pain with sympatoms of temporomandibular disorders and self-reported bruxism in students. [1]Zwei nationale Querschnittsbefragungen von 2012 und 2016. [1]Finnische Studierende von 19–34 Jahren; 4403 beziehungsweise 3082 Antworten. [1]Ein Fragebogen erfasste allgemeinen psychischen Distress; eine Einzelfrage ordnete berichtetes Pressen und Knirschen dem Wach- oder Schlafzustand zu. [1]Die Zusammenhänge unterschieden sich nach Geschlecht, Jahr und Bruxismusform; bei ausschließlich berichtetem Wachbruxismus ergab sich kein einheitliches Muster. [1]Nur wenige Angeschriebene antworteten, und einige Untergruppen waren klein. Zudem widersprechen sich die Zahlen zur Bezugsgruppe und Angaben zu Ergebnissen nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren. Das begrenzt die Aussagekraft. [1]
Periodontal Disease and Tooth Wear in a Sample of German Soldiers with Posttraumatic Stress Disorder. [2]Klinischer Querschnittsvergleich mit und ohne posttraumatische Belastungsstörung. [2]123 bereits wegen Bruxismus überwiesene Militärangehörige mit posttraumatischer Belastungsstörung und 36 Kontrollen. [2]Ereignisbezogene Belastung wurde mit dem IES-R-Fragebogen erfasst; ein modifizierter Zahnverschleißindex beschrieb Attrition. [2]Die Attritionswerte betrugen stationär 4,0 ± 0,7, ambulant 3,0 ± 0,9 und bei Kontrollen 1,3 ± 0,8; berichtet wurde p < 0,01. [2]Vorhandener Bruxismus war Teil der Auswahl; Unterschiede im Rauchen und Präventionsverhalten verhindern eine isolierte Zuschreibung an psychische Belastung. [2]
The Association between Emotional Stress, Sleep, and Awake Bruxism among Dental Students: A Sex Comparison. [3]Beobachtender Querschnittsvergleich verschiedener Ausbildungsphasen. [3]387 Zahnmedizinstudierende aus Tel Aviv; Antwortquote 89 %. [3]Die Stressskala bezog sich auf einen Monat, die Selbstberichte zu Wach- und Schlafbruxismus auf sechs Monate. [3]Bei Frauen betrugen die Stresskorrelationen 0,21 für Wachbruxismus und 0,29 für Schlafbruxismus; die Männerbefunde waren nicht signifikant. [3]Die Gruppenvergleiche zum Zusammenhang zwischen Stress und Schlafbruxismus zeigten keinen statistisch gesicherten Unterschied, obwohl eine andere Auswertung einen Zusammenhang zeigte. Damit ist weder belegt, dass kein Zusammenhang besteht, noch, dass sich Frauen und Männer darin unterscheiden. [3]
The Importance of Type D Personality in the Development of Temporomandibular Disorders (TMDs) and Depression in Students during the COVID-19 Pandemic. [4]Querschnittsbefragung zweier Persönlichkeitsgruppen. [4]240 Physiotherapiestudierende, jeweils 120 mit und ohne Typ-D-Klassifikation. [4]Der DS14 erfasste negative Affektivität und soziale Inhibition; ein eigener Symptomfragebogen erfasste Pressen und Knirschen. [4]Im Modell für Typ-D-Persönlichkeit betrug die adjustierte Odds Ratio für Pressen 6,10 (95%-KI 1,51–24,63), für Knirschen 1,06 (0,23–4,96). [4]Die Intervalle sind breit, die Gruppenangaben widersprüchlich; eine aktuelle Stressmessung und Wach-/Schlafzuordnung sind in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht beschrieben. [4]
The Epidemiology of Bruxism in Relation to Psychological Factors. [5]Beobachtende Fragebogenstudie mit uneinheitlicher Designbezeichnung; kein belastbarer longitudinaler Nachweis. [5]308 Studierende von 19–30 Jahren; 47 mit Wach- und 101 mit Schlafbruxismusangaben, darunter 31 mit beiden Formen. [5]Selbstberichte zu möglichem Bruxismus sowie getrennte Fragebögen zu allgemeiner und lernbezogener Belastung. [5]Allgemeiner Stress korrelierte schwach mit Wachbruxismus (ρ = 0,203; p < 0,001) und Schlafbruxismus (ρ = 0,124; p = 0,030). [5]Die ausgewerteten Volltextpassagen enthalten hierfür keine Konfidenzintervalle, multivariablen Schätzer oder direkten Vergleich der Korrelationsstärken. [5]
Painful Temporomandibular Disorders, Bruxism and Oral Parafunctions before and during the COVID-19 Pandemic Era: A Sex Comparison among Dental Patients. [6]Retrospektiver Vergleich verschiedener Patientengruppen vor und während der Pandemie. [6]288 Zahnklinikpatienten von 18–65 Jahren; 108 vor und 180 während der Pandemie. [6]Eine Verhaltenscheckliste erfasste möglichen Wach- und Schlafbruxismus durch Selbstbericht. [6]Bei Frauen lagen die Anteile vor/während der Pandemie für Wachbruxismus bei 14,3/56,1 % und für Schlafbruxismus bei 12,2/36,6 %; beide Unterschiede blieben nach Mehrfachtestkorrektur signifikant. [6]Die Männervergleiche waren nach Korrektur nicht signifikant; eine individuelle Stressmessung ist in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht ausgewiesen. [6]
Temporomandibular Disorders, Bruxism, Perceived Stress, and Coping Strategies among Medical University Students in Times of Social Isolation during Outbreak of COVID-19 Pandemic. [7]Online-Querschnittsbefragung während der Isolation im April 2020. [7]1018 Studierende von 18–30 Jahren; überwiegend Frauen und rechnerisch 12,7 % der Angeschriebenen. [7]Monatsstress wurde mit der PSS-10 erfasst; breite Symptomfragen bezogen sich auf möglichen Bruxismus während zweier Wochen. [7]Hohe Stresswerte hatten mit/ohne möglichen Wachbruxismus 75,1/64,4 %, bei Schlafbruxismus 76,7/59,3 %; die Gesamtvergleiche der Kategorien waren signifikant. [7]Für die Einstufung als Bruxismus wurden auch Beschwerden verwendet. Die Angaben zur Höhe der Stresswerte und dazu, ob die Unterschiede statistisch gesichert waren, widersprechen sich. [7]
Associations between Bruxism, Stress, and Manifestations of Temporomandibular Disorder in Young Students. [8]Beobachtende Querschnittsauswertung einer Befragung von 2021. [8]328 Zahnmedizinstudierende von 21–41 Jahren; 129 berichteten möglichen Bruxismus. [8]Stress und Bruxismus wurden über subjektive Symptome erfasst, teilweise mit überlappenden Schlaf- und Müdigkeitsangaben. [8]Stressangaben und möglicher Bruxismus hingen zusammen; das Maß für diesen Zusammenhang betrug φ = 0,307. Die Stresswerte unterschieden sich bei Wachbruxismus statistisch gesichert, bei Schlafbruxismus dagegen nicht (p = 0,609). [8]Stressanteile und Pandemie-Fallzahlen sind intern widersprüchlich; unterschiedliche p-Werte belegen keinen Unterschied der Zusammenhangsstärken. [8]
Probable Bruxism and Psychological Issues among Dental Students in Serbia during the COVID-19 Pandemic. [9]Querschnittsstudie während der Pandemie. [9]178 serbische Zahnmedizinstudierende von 19–30 Jahren. [9]Selbstbericht und klinische Zeichen bestimmten wahrscheinlichen Bruxismus; Stress wurde rückblickend seit Pandemiebeginn erfragt. [9]Bei normalen oder leichten Stresswerten waren die Bruxismus-Odds geringer als bei mindestens moderatem Stress. Nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren betrug die Odds Ratio 0,136 (95%-KI 0,03–0,53). [9]Wach- und Schlafbruxismus wurden gemeinsam ausgewertet; die Auswahl der Modellvariablen beruhte auf vorherigen Einzeltests. [9]
Impact of Confinement by COVID-19 in Awake and Sleep Bruxism Reported by Portuguese Dental Students. [10]Längsschnittbefragung vor der Pandemie und während des ersten Lockdowns. [10]64 portugiesische Zahnmedizinstudierende von 20–41 Jahren schlossen beide Erhebungen ab. [10]Die Verhaltenscheckliste erfasste Selbstberichte; eine eigene quantitative Stressmessung ist in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht berichtet. [10]Für Wachverhalten bestanden keine signifikanten Veränderungen: Knirschen p = 0,116, Pressen p = 0,444 und Kieferanspannen p = 0,260. [10]Erhebungsmodus und Zeitpunkt wechselten gemeinsam; mehrere Prävalenzangaben widersprechen den tabellierten Fallzahlen. [10]
Wear Management of Colored Foils for the Assessment of Sleep Bruxism Patterns-A Prospective, Randomized Crossover Study. [11]Prospektive Crossover-Studie mit randomisierter Reihenfolge der Messphasen. [11]28 Erwachsene von 22–55 Jahren mit wahrscheinlichem Schlafbruxismus aus einer Spezialambulanz. [11]Nächtlicher Folienabrieb nach subjektiv stressreichen Tagen wurde mit konsekutiven Nächten verglichen; zusätzlich wurde die PSS-10 eingesetzt. [11]Der Gesamtvergleich ergab p = 0,637; die in Tabelle 3 dargestellten Korrelationen der Stressskala mit den Abriebflächen beziehungsweise Phasendifferenzen waren sämtlich statistisch nicht signifikant (alle p > 0,05). [11]Die Teilnehmer wählten die Stressnächte selbst aus; eine umfassende Schlafmessung (Polysomnographie) fand nicht statt. Einzelne Zusammenhänge in Untergruppen waren vorläufige Befunde. Die vielen Vergleiche wurden dabei statistisch nicht korrigiert. [11]
Effectiveness of Biofeedback in Individuals with Awake Bruxism Compared to Other Types of Treatment: A Systematic Review. [12]Systematische Übersicht kontrollierter Biofeedbackstudien. [12]Vier Studien mit insgesamt 69 Erwachsenen und unterschiedlichen Bruxismuszuordnungen. [12]Behandlungseffekte betrafen vor allem elektrisch erfasste Kaumuskelaktivität und Bruxismusereignisse. [12]Biofeedback mit akustischer Rückmeldung verringerte länger anhaltende Muskelereignisse am Tag gegenüber keiner Behandlung. Der auf eine gemeinsame Skala umgerechnete mittlere Unterschied betrug −1,31 (95%-KI −2,10 bis −0,51). Die Nachbeobachtung dauerte ein bis zwei Wochen. [12]Die Evidenzsicherheit war sehr niedrig; die ausgewerteten Ergebnisse enthalten keine psychometrischen Stressverläufe als Erklärung des Effekts. [12]
The Role of Emotion Regulation, Affect, and Sleep in Individuals With Sleep Bruxism and Those Without: Protocol for a Remote Longitudinal Observational Study. [13]Protokoll einer 14-tägigen fernbetreuten Beobachtungsstudie mit wiederholten Messungen. [13]237 Personen erfüllten die Auswahlbedingungen und schlossen die Studie ab; Einschlussalter 18–49 Jahre. [13]Nächtliche Einkanal-Muskelaufzeichnung, Monats- und Tagesstressangaben sowie wiederholte Alltagsbefragungen waren vorgesehen. [13]Zum Berichtszeitpunkt hatte die Analyse nicht begonnen; eigene Stress–Schlafbruxismus-Schätzer sind in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht enthalten. [13]Viele Erkrankungen und Medikamente führten zum Ausschluss und begrenzen die Übertragbarkeit. Als Beobachtungsstudie kann die Untersuchung Ursachen nur eingeschränkt klären. Zudem kann das wiederholte Befragen selbst das Verhalten beeinflussen. [13]
Association between Psychological Distress and Possible, Probable, and Definite Sleep Bruxism-A Comparison of Approved Diagnostic Procedures. [14]Fallkontrollauswertung psychologischer Sekundärendpunkte einer Validierungsstudie. [14]45 Erwachsene von 21–46 Jahren; 78 % Studierende. [14]Ein Gesamtindex psychischer Symptome wurde mit Selbstbericht, klinischer Untersuchung, Polysomnographie und diagnostischer Folie verglichen. [14]Kein Belastungsgruppenvergleich war nach Mehrfachtestkorrektur signifikant; die Korrelation mit dem nächtlichen Bruxismusindex betrug 0,05. [14]Stärker belastete Personen wurden ausgeschlossen; psychische und instrumentelle Messungen lagen häufig zwei bis drei Wochen auseinander. [14]
Physical manifestations of stress in women. Correlations between temporomandibular and pelvic floor disorders. [15]Retrospektive Querschnitts-Beobachtungsstudie zu orofazialen und Beckenbodenmerkmalen. [15]65 Frauen von 18–45 Jahren in Spanien; bereits diagnostizierter Bruxismus war ausgeschlossen. [15]PSS-14 und Bruxismusfragebogen erfassten subjektiven Stress und Bruxismuswahrscheinlichkeit. [15]Stress und Bruxismusscore korrelierten mit r = 0,235 bei p = 0,059; ein Zusammenhang war statistisch nicht gesichert. [15]In den ausgewerteten Volltextpassagen fehlen getrennte Zahlen für Wach- und Schlafbruxismus, Unsicherheitsbereiche und Stresswerte nach gleichzeitiger Berücksichtigung mehrerer Einflussfaktoren. [15]
Relationship between Sleep Bruxism Determined by Non-Instrumental and Instrumental Approaches and Psychometric Variables. [16]Fallkontrollauswertung psychometrischer Sekundärdaten einer Validierungsstudie. [16]45 Erwachsene von 21–46 Jahren, darunter 22 Frauen und 23 Männer. [16]Eine Stress-Einzelfrage wurde mit Selbstbericht, klinischer Untersuchung, zweinächtiger Schlafaufzeichnung und fünfnächtigem Folienabrieb verglichen. [16]Die Stresskorrelationen betrugen 0,08 für den Schlafbruxismusindex und 0,03 für den Pixelscore; nach Mehrfachtestkorrektur war keine geprüfte Rangkorrelation signifikant. [16]Kleine Gruppen, Ausschluss deutlich belasteter Personen und eine einfache Stressfrage erlauben keinen allgemeinen Ausschluss einer Beziehung. [16]
Lifespan of Splints in a Sample of German Soldiers Hospitalised with Post-traumatic Stress Disorder (PTSD) in Combination with Sleep Bruxism and Painful Temporomandibular Disorder (TMD). [17]Beobachtungsstudie mit Verlaufserhebungen zu Schmerz, Mundöffnung und Schienenersatz. [17]153 Militärangehörige mit bestehender posttraumatischer Belastungsstörung, Bruxismus und schmerzhafter temporomandibulärer Dysfunktion. [17]Anamnese, klinische Schmerzbeurteilung, Attrition, Mundöffnung und Schienenersatz wurden erhoben. [17]Schmerz nahm unter kombinierter psychiatrischer und zahnärztlicher Versorgung in allen Gruppen ab; bei 22 Personen wurde die Schiene wegen Schmerzverschlechterung entfernt. [17]Die Vergleichsgruppe entstand nach Unverträglichkeit; Schienenersatz hatte mehrere Ursachen und misst nicht eindeutig Bruxismusaktivität. [17]
A Two-Sample Mendelian Randomization Study of Neuroticism and Sleep Bruxism. [18]Zwei-Stichproben-Mendelian-Randomization als indirekte genetische Untersuchung der Ursachenfrage. [18]380506 Personen in der Neurotizismusanalyse; 377277 in FinnGen mit 12297 registerbasierten Fällen. [18]Genetische Varianten bildeten einen standardisierten Persönlichkeitsscore ab; unspezifische Diagnosecodes bestimmten wahrscheinlichen Schlafbruxismus. [18]Das Hauptverfahren ergab Odds Ratios von 1,38 (95%-KI 1,10–1,74) für Neurotizismus und 1,59 (1,17–2,15) für Stresssensitivität. [18]Die Ursachendeutung verlangt gültige genetische Annahmen; der Registerendpunkt, europäische Abstammung und unpräzise Zusatzanalysen begrenzen die klinische Übertragung. [18]
Neurofeedback Technology Reduces Cortisol Levels in Bruxismitle Patients: Assessment of Cerebral Activity and Anxiolytic Effects of Origanum majorana Essential Oil. [19]Mehrgruppige Interventionsuntersuchung zu Neurofeedback mit und ohne Majoranöl. [19]89 Personen und 590 wiederholte Speichelproben; die beiden Bruxismus-Trainingsgruppen umfassten jeweils zwölf Personen. [19]Hamilton-Angaben, Speichelcortisol und ein elektrisch bestimmter Hirnaktivitätsparameter wurden erhoben. [19]Ein Cortisol-Trainingseffekt wurde berichtet, während die Gesamtanalyse der Hirnaktivitätsdivergenz nicht signifikant war. [19]Stresszahlen und Parameterdefinitionen widersprechen sich; ein Verlauf klinischer Bruxismusaktivität ist in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht beschrieben. [19]
Effects of Manual Therapy and Home Exercise Treatment on Pain, Stress, Sleep, and Life Quality in Patients with Bruxism: A Randomized Clinical Trial. [20]Randomisierter Vergleich von acht Wochen manueller Therapie und Heimübungen. [20]30 Studierende von 18–25 Jahren, jeweils 15 pro Gruppe; keine Ausfälle bis zum Abschluss. [20]PSS-14 für Stress; ein Bruxismusscore kombinierte Tagesverhalten, nächtliches Knirschen und morgendliche Beschwerden. [20]Stress sank von 19,67 auf 15,27 beziehungsweise 18,46 auf 15,53 Punkte; der Endwertvergleich zwischen den Gruppen ergab p = 0,875. [20]Zwei aktive Behandlungen und unterschiedliche Bruxismus-Ausgangswerte erschweren die Deutung; parallele Verbesserungen beweisen keine Stressvermittlung. [20]
Non-Instrumental and Instrumental Tools Validity in Bruxism Diagnostics. [21]Klinische Validierungsstudie mit Fragebogen, Untersuchung und 24-stündiger Oberflächen-Elektromyografie. [21]227 Zahnmedizinstudierende von 20–45 Jahren durchliefen die ersten Stufen; 48 die instrumentelle Teilstudie. [21]Eine Einzelfrage erfasste Stress; die Stressgruppenvergleiche verwendeten ausschließlich die fragebogenbasierte Bruxismuszuordnung. [21]Der globale Stressvergleich war signifikant bei p < 0,0005; die berichtete Effektgröße betrug η² = 0,088. [21]Eine gesonderte Stress–Muskelaktivitätsanalyse, multivariable Stressschätzer und zugehörige Konfidenzintervalle sind in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht berichtet. [21]
Psychological Distress: A Mediating Factor in the Relationship Between Sleep Bruxism and Tobacco Smoking. [22]Querschnittsstudie zu Distress, Tabak und selbstberichtetem Schlafbruxismus. [22]150 Personen von 19–39 Jahren; 96 % waren jünger als 30 Jahre. [22]Ein Monatsitem erfasste nächtliches Pressen und Knirschen; vier Screeningfragen erfassten Angst- und Depressionssymptome. [22]Distress und Schlafbruxismushäufigkeit korrelierten mit ρ = 0,350 bei p < 0,001. [22]In den weitergehenden statistischen Analysen passen Schätzwerte und angegebene Unsicherheitsbereiche nicht zusammen. Eine ursächliche Wirkungskette über psychische Belastung ist damit nicht belegt. [22]
Relational study between sleep quality, daytime sleepiness state, anxiety, stress, depression in possible bruxist and non-bruxist: cross-sectional study. [23]Online-Querschnittsstudie von 2024. [23]400 spanischsprachige Erwachsene von 19–84 Jahren; 87 mit möglichem Bruxismus. [23]Eine kombinierte Wach-/Schlafkategorie wurde mit Stresssymptomen der vergangenen Woche verglichen. [23]Mindestens milde Stresssymptome lagen rechnerisch bei 46,0 % mit und 24,3 % ohne möglichen Bruxismus vor, eine Differenz von 21,7 Prozentpunkten. [23]Die Teilnehmer meldeten sich freiwillig und wurden über Weiterempfehlungen gewonnen. Die Gruppe ist deshalb nur begrenzt auf andere Menschen übertragbar. In den ausgewerteten Volltextpassagen fehlen direkte Stressschätzungen nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren und die zugehörigen Unsicherheitsbereiche. [23]
Network Analysis of Temporomandibular Disorder Pain and Subject-Based Bruxism in Post-Traumatic Stress Disorder Patients. [24]Querschnittsstudie mit einem Netzwerk bedingter Zusammenhänge. [24]597 Erwachsene von 18–72 Jahren mit diagnostizierter posttraumatischer Belastungsstörung. [24]Klinische Interviews erfassten psychische Störungen; eine verkürzte Verhaltenscheckliste erfasste häufig berichteten Wach- und Schlafbruxismus. [24]Wachbruxismus war direkt mit Angststörungen verbunden; posttraumatische Symptomschwere hatte keine direkte Verbindung zu beiden Bruxismusformen. [24]Die dargestellten Zusammenhänge hängen davon ab, welche Merkmale ins statistische Netzwerk aufgenommen werden und wie streng schwächere Verbindungen rechnerisch begrenzt werden. Weitere Angaben zu Gesundheit und Medikamenten waren laut ausgewerteten Volltextpassagen nicht verfügbar. [24]
Clinical, psychological, and hematological factors predicting sleep bruxism in patients with temporomandibular disorders. [25]Monozentrische Querschnittsstudie klinischer, psychischer und hämatologischer Merkmale. [25]79 Patienten mit temporomandibulären Schmerzen von 19–68 Jahren; 37 mit möglichem Schlafbruxismus. [25]Symptome bestimmten möglichen Schlafbruxismus ohne Polysomnographie; eine Ja/Nein-Frage erfasste Stress der vergangenen Woche. [25]Stress berichteten 45,9 % mit und 21,4 % ohne möglichen Schlafbruxismus; unadjustierte Odds Ratio 3,117 (95%-KI 1,169–8,308). [25]Für Stress fehlt in den ausgewerteten Volltextpassagen ein Zahlenwert nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren. Altersunterschiede, viele untersuchte Merkmale und widersprüchliche Angaben innerhalb der Veröffentlichung erschweren die Einordnung. [25]
Association Between Occlusal Interferences, Temporomandibular Joint Dysfunction, and Bruxism in Romanian Adults. [26]Rumänische Querschnittsstudie von 2025. [26]98 Erwachsene von 18–59 Jahren; 51 mit fragebogenbasiertem Bruxismusstatus und 47 Kontrollen. [26]Zwei adaptierte Stressitems und selbstberichtete Bruxismusangaben ohne klinische Bestätigung. [26]Hoher Alltagsstress ergab unter Berücksichtigung weiterer Faktoren eine Odds Ratio von 2,2 (95%-KI 0,8–6,2; p = 0,12). [26]Das breite Intervall lässt unterschiedliche Zusammenhangsstärken zu; die Stressitems waren nicht formal psychometrisch validiert. [26]
Bruxism and other jaw loading behaviours are associated with somatic symptoms and psychological distress in orofacial pain-free adults: a cross-sectional study. [27]Multizentrische Querschnittsstudie ohne orofaziale Schmerzen. [27]194 Erwachsene von 18–44 Jahren in Thailand; mittleres Alter 24,6 Jahre. [27]Psychische und somatische Symptomfragebögen sowie eine breite Checkliste oraler Verhaltensweisen. [27]Die Distresskorrelation mit dem Verhaltensgesamtwert sank nach Kontrolle somatischer Symptome von 0,394 auf 0,202; beide Befunde waren signifikant. [27]Statistisch berücksichtigt wurde nur der jeweils andere Symptomfragebogen. Die Angaben der Teilnehmer selbst, ihr junges Alter und die vielen gleichzeitig geprüften Zusammenhänge begrenzen die Deutung. [27]
Hippotherapy in the Treatment of CMD and Bruxism in Dentistry. [28]Pilotprojekt mit wiederholten Messungen über sechs Monate. [28]Die Methoden nennen acht Reiterinnen mit Bruxismusverdacht; die betreffende Ergebnistabelle zeigt sieben. [28]Ein mehrteiliges Reit- und Entspannungskonzept wurde mit Cortisolproben nach dem Aufstehen und nach der Intervention am Mittag begleitet. [28]Die Autoren fanden trotz als Stressreduktion interpretierter Veränderungen keine Verbesserung des klinischen Bruxismusbildes. [28]Tagesrhythmik und wechselnde Bedingungen erschweren die Deutung; Altersdaten und getrennte Bruxismusformen fehlen in den ausgewerteten Volltextpassagen. [28]
Impact of long-term stress on awake bruxism: An observational longitudinal within-subject study of stress-related changes. [29]Wiederholte Beobachtung derselben Personen im Abstand von zwölf Monaten. [29]136 von zunächst 150 erwachsenen Zahnmedizinstudierenden nahmen erneut teil; mittleres Alter 28,4 Jahre. [29]Monatsstress und vier Wachbruxismusverhaltensweisen wurden rückblickend erfragt. [29]An beiden Messzeitpunkten ging mehr Stress mit höheren Bruxismus-Odds einher. Die Odds Ratios je Skalenpunkt betrugen 1,11 (95%-KI 1,03–1,20) und 1,16 (1,07–1,26). Gleichzeitig sank der mittlere Stresswert. Die Zahlen beschreiben die Zusammenhänge am jeweiligen Zeitpunkt. [29]Die Angaben dazu, ob der Anstieg des Pressens nach statistischer Korrektur gesichert blieb, widersprechen sich. In den ausgewerteten Volltextpassagen ist nicht gezeigt, dass Stressänderungen bei einzelnen Teilnehmern deren spätere Verhaltensänderungen vorhersagten. [29]
Incidence of Cracked Teeth Before, During, and After the Covid-19 Pandemic-A Retrospective Analysis in a German Private General Practice. [30]Retrospektive Einzelpraxisstudie zu Frakturen von 2018 bis 2023. [30]4709 individuelle Patienten; 401 Frakturbefunde an 378 Zähnen, ohne gesicherte ausschließlich erwachsene Ausgangspopulation. [30]Symptomatische Frakturen wurden klinisch bestätigt; jährliche Patientenzählungen bildeten die Nenner. [30]Vor/während/nach der Pandemie betrugen die Raten 4,08/3,91/4,01 %; vor gegenüber während ergab p = 1,000. [30]Individuelle Stress- und systematische Bruxismusmessungen fehlen in den ausgewerteten Volltextpassagen; asymptomatische Risse waren ausgeschlossen. [30]
Exploring the relationship between muscle activity, jaw behaviour and pain. [31]Kurze Beobachtungsstudie mit drei Tagen Momentanerfassung und gleichzeitiger Muskelmessung am ersten Tag. [31]70 Erwachsene; 22 mit und 48 ohne fragebogenbasiert definierten temporomandibulären Schmerz. [31]Stressfragebogen, Smartphone-Antwortanteile und elektrische Masseteraktivität oberhalb von 20 % der maximalen willkürlichen Kontraktion. [31]Stress korrelierte ohne/mit Schmerz mit dem Antwortanteil mit 0,35/0,43 und mit der integrierten Signalfläche mit 0,40/0,53; alle vier p-Werte lagen unter 0,05. [31]Gemessen wurden nur ein Muskel und ein Tag. Das begrenzt die Übertragbarkeit. Die Einheiten für die Fläche unter dem Muskelsignal sind widersprüchlich; in den ausgewerteten Volltextpassagen fehlen Stressanalysen, die weitere Einflussfaktoren berücksichtigen. [31]
Bruxism in implant-supported rehabilitations: a narrative review of clinical complications and management strategies. [32]Narrative Übersicht zu Bruxismus und implantatgetragenen Rehabilitationen. [32]In dieser Auswertung nicht eingeordnet.Die Übersicht beschreibt unterschiedliche Erfassungen durch Selbstbericht und klinische Untersuchung. [32]Verhaltensinterventionen gelten als mögliche Ergänzung; die Wirksamkeitsevidenz speziell bei Implantatpatienten wird als minimal bewertet. [32]Stressspezifische Populationen, Messinstrumente und quantitative Zusammenhangsschätzer sind in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht ausgewiesen. [32]
Bruxism as a Biopsychosocial Disorder: An Interdisciplinary Cross-Sectional Study. [33]Querschnittsstudie mit zwei nicht gematchten Gruppen. [33]111 Studierende von 18–37 Jahren; 71 mit wahrscheinlichem Bruxismus und 40 Kontrollen. [33]Die klinische Einstufung enthielt Schmerz- und Gelenkmerkmale; sieben Screeningfragen erfassten Angstsymptome. [33]Die Angstmittelwerte betrugen 10,63 gegenüber 5,80; Hedges’ g = 0,94 beschreibt einen deutlichen standardisierten Gruppenunterschied. [33]Die Einstufung erfasste keinen Aktivitätsschweregrad; mehrere Begleitfaktoren waren nicht systematisch kontrolliert, und die zeitliche Richtung bleibt offen. [33]
Salivary Characteristics and Other Risk Factors Associated with the Severity of Chemical and Mechanical Tooth Wear in At-Risk Groups: A Cross-Sectional Study. [34]Klinische Querschnittsstudie vor allem zu Speichel und Zahnverschleiß. [34]147 Erwachsene in fünf Gruppen; 28 gehörten zur Bruxismusgruppe. [34]Wahrgenommener Stress, selbstberichtetes Wach-/Schlafverhalten sowie klinisch bewerteter chemischer und mechanischer Verschleiß. [34]Die Bruxismusgruppe zeigte höhere Verhaltenswerte, aber keinen signifikanten Stress- oder mechanischen Verschleißunterschied gegenüber Kontrollen. [34]Gruppenauswahl, Alter und Geschlecht unterschieden sich; individuelle Stress–Bruxismus-Koeffizienten sind aus den ausgewerteten Volltextpassagen nicht ablesbar. [34]
Comparing botulinum toxin and biofeedback therapies for awake bruxism: a randomized clinical trial. [35]Randomisierter Vergleich von Biofeedback und Botulinumtoxin über sechs Monate. [35]40 abschließend analysierte Erwachsene mit temporomandibulärer Dysfunktion und häufigem berichteten Wachbruxismus. [35]Appgestützte Verhaltensangaben, psychische Symptomfragebögen und Schmerz wurden getrennt erfasst. [35]Der globale Verhaltensanteil sank unter Biofeedback von 0,81 auf 0,56 und unter Botulinumtoxin von 0,76 auf 0,67; der Gruppenendwertvergleich ergab p = 0,218. [35]Die Angaben zur Teilnehmerzahl widersprechen sich. Ein statistisch nicht gesicherter Unterschied beweist weder die Gleichwertigkeit der Behandlungen noch, dass eine Wirkung durch Stresssenkung zustande kam. [35]
Education-Related Stress and Its Behavioral and Somatic Manifestations Among Dental Students: A Cross-Sectional Analysis of Bruxism and Temporomandibular Symptoms. [36]Deskriptive Querschnittsstudie zu ausbildungsbezogenem Stress. [36]287 Zahnmedizinstudierende; mittleres Alter 21,45 Jahre. [36]31 Fragen erfassten Ausbildungsstress; möglicher Wach- und Schlafbruxismus wurde gemeinsam durch Selbstbericht ausgewertet. [36]Die Stressmittelwerte betrugen 103,57 gegenüber 93,30; die kleine Rangtest-Effektgröße lag bei r = 0,18 mit einem 95%-Konfidenzintervall von 0,07–0,29. [36]Einzelne morgendliche Symptome konnten zur Einstufung führen; adjustierte Stressschätzer und eine Korrektur der vielen Einzelvergleiche fehlen in den ausgewerteten Volltextpassagen. [36]
Psychological Features Associated With Awake Bruxism in Painful TMD: The Role of Anxiety. [37]Querschnittsstudie mit Angstgruppenvergleich in einer Spezialambulanz. [37]72 Patienten mit schmerzhafter temporomandibulärer Dysfunktion; 30 mit erhöhten und 42 mit normativen Angstwerten. [37]PSS-10 für Stress und wiederholte WhatsApp-Abfragen zu aktuell wahrgenommenen Kieferzuständen. [37]In der erhöhten Angstgruppe korrelierte Stress mit dem Pressanteil mit ρ = 0,424 bei p = 0,005. [37]In der Diskussion stehen andere Zahlen als in der Ergebnisauswertung. In den ausgewerteten Volltextpassagen fehlen Schätzwerte nach Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren, Unsicherheitsbereiche und ein direkter statistischer Vergleich der Stresszusammenhänge. [37]
Temporomandibular disorders in a tertiary clinic: associations with pain, chronicity, sleep versus awake bruxism, and psychological factors-a retrospective study. [38]Retrospektive Untersuchung konsekutiver neuer Patienten einer tertiären Schmerzklinik im Jahr 2024. [38]222 Erwachsene von 18–88 Jahren mit temporomandibulären Störungen; 75,7 % Frauen. [38]Bruxismus wurde klinisch mit Eigen- und Partnerangaben erfasst; getrennte Fragebögen bestimmten Stress, Angst und depressive Symptome. [38]Je Stresspunkt betrug die adjustierte Odds Ratio für Wachbruxismus 1,15 (95%-KI 1,09–1,22), für Schlafbruxismus 1,03 (0,98–1,08). [38]Eine Bestätigung durch Muskel- oder Schlafmessungen fehlt. Medikamente und Schlafmerkmale wurden nicht kontrolliert; untersucht wurde eine ausgewählte Klinikgruppe. Getrennte Tests für Wach- und Schlafbruxismus beweisen noch keinen Unterschied zwischen beiden Formen. [38]
The mesencephalic trigeminal neuron: electrophysiological insights into function and dysfunction. [39]Neurophysiologische Übersicht; die Einzelversuche sind Sekundärberichte. [39]Beschrieben werden unter anderem stressbezogene Mäuseversuche und Reflexuntersuchungen an Katzen. [39]Untersucht wurden trigeminale Nervenzellerregbarkeit und Masseteraktivität in experimentellen Modellen. [39]Nach 14 Tagen Fixierungsstress zeigten Mäuse angstähnliches Verhalten, erhöhte Nervenzellerregbarkeit und Masseterüberaktivität. [39]Die Übertragung auf erwachsenen Bruxismus bleibt offen; numerische Effekte und Präzisionsmaße des Stressversuchs sind in den ausgewerteten Volltextpassagen nicht berichtet. [39]
Temporomandibular disorder as an indicator of altered physiological stress reactivity: a highly standardized experimental protocol. [40]Pilotuntersuchung mit standardisierter akuter Stressinduktion und Vergleich nach temporomandibulären Beschwerden. [40]Von 138 zunächst eingeschlossenen gesunden Studierenden verblieben 66 für weitere Verfahren; berichtetes Alter 23–36 Jahre. [40]Stressfragebögen, wiederholte Stressskalen und Herzratenvariabilität während Rede- und Rechenaufgaben. [40]Für die Herzratenvariabilität wurde kein signifikanter Gruppenunterschied gefunden; die Autoren verweisen auf geringe statistische Teststärke. [40]Die Ergebnisse betreffen Stressreaktivität bei temporomandibulären Beschwerden; Ausfälle, fehlende Erholungsmessungen und uneindeutige Stress-/Schmerzzuordnung der visuellen Skala begrenzen die Interpretation. [40]
Similar Stressors Different Expression: Ethnic Disparities in Temporomandibular Disorders and Bruxism During Wartime. [41]Online-Querschnittsbefragung während des Krieges von November 2024 bis September 2025. [41]Vier unterschiedlich rekrutierte jüdische und arabische Gruppen mit angegebenen Größen von 335, 260, 237 und 64 Personen. [41]Getrennte Stress-, Distress- und Bewältigungsskalen sowie Selbstberichte zu Schlafbruxismus und vier Wachverhaltensweisen. [41]Nach Berücksichtigung weiterer Faktoren lagen die Stress-Odds-Ratios für Schlafbruxismus, Wachknirschen, Pressen und Kieferanspannen bei 1,04–1,05. Für Zahnkontakt war der Zusammenhang statistisch nicht gesichert (p = 0,059). [41]Voraussetzungen des statistischen Modells waren verletzt, und die Gesamtzahlen widersprechen sich. In den ausgewerteten Volltextpassagen fehlen Zahlen zu den Unsicherheitsbereichen und eine untere Altersgrenze. [41]
Sleep Bruxism: A Narrative Review of Current Concepts, Mechanisms, and Clinical Implications. [42]Narrative Übersicht zu Schlafbruxismus; die referierten Untersuchungen bleiben Sekundärberichte. [42]Altersübergreifende Literatur mit unterschiedlichen Erfassungsmethoden. [42]Beschrieben werden Selbstbericht, klinischer Verschleiß, Muskelaufzeichnung und Polysomnographie als unterschiedliche Messzugänge. [42]Die Autoren berichten psychosoziale Assoziationen, bewerten die Literatur aber als inkonsistent und die Wirksamkeit von Stressmanagement als unzureichend abgesichert. [42]In den ausgewerteten Volltextpassagen fehlt ein Zahlenwert zum allgemeinen Stresszusammenhang speziell bei Erwachsenen, der zugleich mit Unsicherheitsbereich, Teilnehmerzahl und benanntem Stressmessverfahren angegeben wäre. [42]
Impact of Stress on the Oral Cavity: A Cross-Sectional Study Among Dental Students. [43]Deskriptive Querschnittsbefragung ohne inferenzstatistische Zusammenhangsprüfung. [43]323 Zahnmedizinstudierende des vierten und fünften Studienjahres in Casablanca; Antwortquote 94,16 %. [43]Ein angepasster Fragebogen erfasste Stressquellen, wahrgenommene orale Beschwerden und Bewältigungsverhalten. [43]Die Befragten beschrieben bruxismusverdächtige Zeichen und subjektive Verbindungen zwischen akademischem Stress und verschiedenen oralen Beschwerden. [43]Altersangaben, operationalisierte Bruxismuskriterien und bruxismusspezifische Zusammenhangsmaße fehlen in den ausgewerteten Volltextpassagen; die Angaben beruhen vollständig auf Selbstbericht. [43]
Endocannabinoid system modulation in bruxism: a neurobiological hypothesis and translational model of ECS-targeted intervention. [44]Narrative integrative Übersicht mit theoretischer Synthese zum Endocannabinoidsystem. [44]Die Auswahl umfasst klinische und beobachtende Studien, Tierexperimente, mechanistische Arbeiten, Reviews und Fallberichte. [44]Die qualitative Synthese berücksichtigt unterschiedliche Diagnosekriterien, Interventionen und Endpunkte. [44]Das vorgeschlagene Modell verbindet motorische, emotionale, schlaf- und schmerzbezogene Faktoren als neurobiologische Forschungshypothese. [44]Die Hypothese ist kein direkter Kausalitätsbeleg; studienbezogene quantitative Stress–Bruxismus-Schätzer fehlen in den ausgewerteten Volltextpassagen. [44]
Biopsychosocial assessment of temporomandibular disorder symptoms across bruxism subtypes in dental students: associations with stress, sleep quality, and insomnia. [45]Deskriptive Online-Querschnittsstudie von April und Mai 2025. [45]480 erwachsene Zahnmedizinstudierende, mittleres Alter 21,21 Jahre; 69 % Frauen. [45]Selbstbericht unterschied Schlaf-, Wach- und kombinierten Bruxismus; weitere Fragebögen erfassten Monatsstress, Schlaf und Beschwerden. [45]Der unadjustierte Stressgruppenvergleich ergab η² = 0,04; adjustiert lagen die Odds Ratios kombiniert bei 1,02 (95%-KI 0,96–1,08), für Schlafbruxismus bei 0,97 (0,91–1,04) und Wachbruxismus bei 1,00 (0,93–1,07). [45]Das Modell berücksichtigt einen Beschwerdewert, der selbst bereits Stress und Kieferverhaltensweisen enthält. Alle Daten beruhen auf eigenen Angaben, und das Verhalten wurde nur teilweise erfasst. Das erschwert die Einordnung. [45]
Sleep bruxism: a novel theoretical perspective through the lens of the free energy principle (FEP). [46]Theoretischer Konzeptbeitrag zum Schlafbruxismus anhand des Free-Energy-Prinzips. [46]In dieser Auswertung nicht eingeordnet.Vorgeschlagen werden zeitliche Zusammenhänge zwischen Muskelaktivität, autonomer Regulation und Stressmerkmalen, deren Operationalisierung noch erforderlich ist. [46]Ein stressbezogener Untertyp, als Endotyp bezeichnet, wird als noch zu prüfende Erklärung vorgeschlagen. Nach Einschätzung der Autoren lassen sich daraus noch keine Behandlungsregeln oder verlässlichen Vorhersagen ableiten. [46]Eigene empirische Stress–Schlafbruxismus-Schätzer fehlen in den ausgewerteten Volltextpassagen; die biologische Anwendbarkeit des theoretischen Rahmens bleibt offen. [46]

Methodik und Prüfstand

Veröffentlicht am 12. September 2026. Der Artikel verwendet die bereits ausgewerteten Quellen des laufenden Rechercheprojekts. Die Recherche ist noch nicht abgeschlossen; diese Veröffentlichung ist keine vollständige systematische Übersicht.

Der ursprüngliche Text wurde aus bereits ausgewerteten und belegten Aussagen erstellt; seine Zitatzuordnung wurde technisch geprüft. Am 12. September 2026 wurde der Artikel redaktionell in verständlichere Sprache überarbeitet. Dafür gab es keinen neuen Recherche- oder Pipeline-Lauf. Die vorhandenen Belege wurden beibehalten; die unabhängige fachliche Prüfung der überarbeiteten Artikelfassung steht noch aus.

Literatur

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